Nur schon die Zahl der Apps, der kleinen Zusatzprogramme für Smartphones, ist eindrücklich: Marktführer Apple bietet inzwischen über 650'000 verschiedene an, die milliardenfach heruntergeladen werden. Ein unglaublicher Boom: Begonnen hatte Apple vor vier Jahren mit bescheidenen 500.

Heute kennt die Vielfalt kaum Grenzen: Benutzer finden Apps zu Bereichen wie Unterhaltung, Finanzen, Spiele, Gesundheit, Fitness, Bücher, Nachrichten und vielen anderen.

Apps als «sehr kritisch» bewertet

Viele der Programme bieten kaum mehr, als Nutzer es vom Internet her gewohnt sind. Allerdings ersparen einem die Apps das mühsame «Durchklicken» einer Website. Wer beispielsweise die App der SBB installiert hat, gelangt mühelos zum Fahrplan, alle anderen Angebote der Website erscheinen nicht.

Zahlreiche Apps haben allerdings auch zum Zweck, die Gewohnheiten der Benutzer aufzuzeichnen und diese Daten zur Auswertung an einen Werbeanbieter weiterzusenden. Die deutsche Stiftung Warentest hat kürzlich 63 Zusatzprogramme für Smartphones geprüft und herausgefunden: Etliche Apps geben – in aller Regel ungefragt – die persönlichen Daten der Nutzer weiter. Die App «Foodspotting» etwa hilft nicht nur, Essgelegenheiten «auszukundschaften», sie sendet zugleich alle auf dem Smart­phone gespeicherten E-Mail-Adressen an einen Dienst in die USA. Neun der geprüften Apps hat die Stiftung Warentest als «sehr kritisch» bewertet.

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Kosten zwischen null und fünf Franken

Apps mit der Bewertung «sehr kritisch» oder «kritisch» finden sich in allen Anwendungsbereichen. Der beliebte Gratis-SMS-Dienst WhatsApp gilt ebenso als Datenschleuder wie das Navigationsprogramm «Navigon». Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix konstatierte nach der Analyse der Stiftung Warentest: «Sie fragen uns nicht, sie beobachten uns.» Er fordert, Apps müssten transparenter werden. Jeder Nutzer sollte wissen, welche Daten gesammelt und warum und wem diese weitergereicht würden.

Tatsächlich ist für Benutzer oft nicht klar, welche Daten von den Apps aufgezeichnet und allenfalls weiterverwendet werden. Einige Anwendungen fragen aber jeweils nach dem Einverständnis der Benutzer. Bei der App «Smartshopper» von Comparis beispielsweise muss ein Handybenutzer einverstanden sein, wenn die App den aktuellen Standort des Geräts aufzeichnen und auswerten will.

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Gratis-Apps mit eingeschränkter Version

Viele Apps kosten zwischen einem und fünf Franken, oft gar nichts. Meist ist der Nutzen der Gratis-Apps im Vergleich zur kostenpflichtigen Version eingeschränkt, manchmal ist die kostenpflichtige Version werbefrei. Apps von nichtkommerziellen Organisationen oder gemeinnützigen In­stitutionen sind häufig gratis.

Apps_Fair-Faishon.jpgFair Fashion

Wozu: Orientierungshilfe beim Kleiderkauf, lanciert von der Erklärung von Bern. Das Programm zeigt auf, ob die Kleider unter fairen Bedingungen produziert wurden.

Wofür: iPhone

Preis: gratis

Apps_Codecheck.jpgCodecheck

Wozu: Mobiles Produktehandbuch. Mit dem Handy wird der Strichcode eingelesen, darauf zeigt das Display Nährwerte, Inhaltsstoffe et ­cetera. Ideal für kritische Kon­sumenten oder Allergiker.

Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_Einkaufsliste.jpgEinkaufsliste

Wozu: Praktische ­Einkaufsliste und Rezeptsuche für erntefrisches Obst und Gemüse dank dem Saison­kalender.

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Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_wwf-ratgeber.jpgWWF-Ratgeber

Wozu: Bringt Klarheit bei Lebensmittel-Labels, Informationen zu umweltverträglich gefangenen Fischen und Meeresfrüchten und zu saisonalem Obst und Gemüse. Tipps zum Stromsparen.

Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

apps_e-nummern.jpgE-Nummern

Wozu: Nach­schlagewerk für E-Nummern. Zeigt, welche Farbmittel, Konservierungsstoffe und Geschmacks­verstärker in Nahrungsmitteln enthalten und ob sie schädlich sind.

Wofür: iPhone, Android

Preis: 4 Franken

Apps_Obst-und-Gemuesekalender.jpgObst- und Gemüsekalender

Wozu: Saisonkalender, Einkaufshilfe und Rezeptsuche für erntefrisches Obst und Gemüse.

Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_Smartshopper.jpgSmartshopper

Wozu: Aktuelle Aktionen von Migros, Coop, Denner, Volg, Manor, Spar, Aldi, Lidl. Kombiniert mit elektronischer Einkaufs­liste. Nützlich beim Einkauf günstiger Vorratsartikel.

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Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_Wohnungsmarkt.jpgWohnungsmarkt

Wozu: Immobi­lien-App von ­Comparis mit Miet- und Kaufinseraten von rund 20 Schweizer Immobilienportalen. Inklu­sive erweiterte Suchkriterien und interaktive Karte.

Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_Lemon.jpgLemon, private Haushaltsausgaben

Wozu: Fotogra­fieren Sie die Kassenzettel und führen Sie Buch über Ihre Aus­lagen. Digitales Milchbüchlein mit der Möglichkeit, die Daten als Excel-Liste zu exportieren.

Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_budget-alarm.jpgBudget-Alarm

Wozu: Die App der Konsumentenmagazine «K-Tipp» und «Saldo» hilft bei der Planung von Einnahmen und Ausgaben. Erkennen Sie, wenn die Kosten aus dem Ruder laufen.

Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_oscars-energiesparwelt.jpgOscars Energiesparwelt

Wozu: Einfache Auswertung des privaten Stromverbrauchs, benötigt regelmässige Eingabe des Zählerstands. Zeigt Effizienz, persönlichen Verbrauch im Vergleich zur Nachbarschaft.

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Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Apps_co2rechner.jpgCO2-Rechner

Wozu: Benutzer können mit dem CO2-Rechner eine persönliche Bilanz erstellen und analysieren. Erfasst werden die Werte im Wohnbereich, in der Mobilität sowie in den Bereichen Konsum und Ernährung.

Wofür: iPhone

Preis: gratis

Apps_get-neutral.jpgGet-neutral

Wozu: Lesen Sie mit Get-neutral den Strichcode ein und über­prüfen Sie die CO2-Bilanz eines Produkts.

Wofür: iPhone, Android

Preis: gratis

Der Gratis-SMS-Dienst WhatsApp steht vor allem bei jungen Nutzern von Smartphones hoch im Kurs. Wenn Sender und Empfänger dieses Programm auf ihren Geräten installiert haben, können sie sich gratis SMS senden. Was viele nicht wissen: Die App ist eine Datenschleuder. Sowohl die deutsche «Computerbild» als auch die Stiftung Warentest haben den Umgang mit den Daten in ihren Stichproben als «mangelhaft» und «sehr kritisch» bezeichnet. Der Dienst sende ungefragt das gesamte Adressbuch der Handybesitzer an einen Server in den USA – unverschlüsselt. Das heisst, Angreifer könnten die Daten lesen. Was mit den Daten bei WhatsApp passiert, ist nicht klar. Die Firma betont, sie würde sie weder vermarkten noch der Werbewirtschaft verkaufen.

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