Die arrogante Art und Weise, wie Cablecom immer mehr Programme abschaltet, brachte mich auf die Palme», sagt Martin Studer aus Zürich. Zusammen mit seinem Wohnpartner hat er darum vor kurzem eine Satellitenschüssel installiert. Sowohl die Auswahl des richtigen Geräts wie die Installation waren allerdings aufwändig: Der technik- und designinteressierte Studer suchte eine Lösung, bei der nicht jedes der vier Fernsehgeräte des Haushalts an eine eigene Set-Top-Box angeschlossen werden muss - und fand schliesslich ein passendes deutsches Produkt.

Insgesamt zwei Tage dauerten das Aufstellen und die Verkabelung, «wobei ich viel Wert auf die richtigen Details gelegt habe», so Studer. Den Orkan «Kyrill» hat die Schüssel - sie kostete alles in allem rund 1'200 Franken - dank einem Zementplattensockel unbeschadet überlebt. «Der Aufwand hat sich gelohnt», bilanziert Studer. «Ich habe jetzt einwandfreien Empfang jener Sender, die mich wirklich interessieren, wie zum Beispiel BBC und der ZDF-Dokumentarkanal.»

Studer konnte die Schüssel innerhalb seines Balkons aufstellen - das ist rechtlich betrachtet die unproblematischste Variante. Sobald man jedoch auf die Fassade ausweichen muss, brauchen Mieter die Einwilligung des Hausbesitzers respektive der Verwaltung. Je nach Grösse der Schüssel ist zudem eine Baubewilligung erforderlich, im Kanton Zürich beispielsweise ab einem Durchmesser von 80 Zentimetern. Lassen Sie sich nicht von Verboten in lokalen Bauvorschriften abschrecken: Ausser in Ortsbildschutzzonen (wie etwa einer Altstadt) und in denkmalgeschützten Häusern dürfen die Behörden kein generelles Satellitenschüsselverbot verhängen.

Wie läufts in der Mietwohnung?
Ist die Schüssel erst mal montiert, vergessen Sie nicht, Ihren bisherigen Kabelnetzanschluss zu kündigen. Am leichtesten ist dies für Eigenheimbesitzer: Sie müssen dies einfach per Einschreiben dem Netzbetreiber mitteilen; die Kündigungsfrist beträgt in der Regel einen Monat.

Mietern wird die Kabelnetzgebühr in der Regel via Mietzins verrechnet. Sie schicken die Kündigung eingeschrieben an den Vermieter (oder an die Verwaltung) − zusammen mit der Aufforderung, die Nebenkosten entsprechend zu senken (21 Franken pro Monat). Die Kündigung wirkt sich eventuell erst auf den nächsten ordentlichen Kündigungstermin der Wohnung aus; Details dazu finden sich in einem Merkblatt unter www.mieterverband.ch. Allfällige Klauseln im Mietvertrag, wonach eine Kündigung des Kabelnetzanschlusses nicht möglich sei, sind ungültig. Der Kabelnetzbetreiber schickt eventuell einen Monteur in Ihre Wohnung, um den Anschluss zu plombieren. Dies ist kostenlos.

Das gleiche Vorgehen gilt für Kunden, die zu Bluewin-TV wechseln: Auch sie müssen keine Kabelnetzgebühren mehr bezahlen. Sie brauchen sich im Übrigen nicht um die technische Seite des Wechsels zu kümmern. In der einmaligen Aufschaltgebühr von 95 Franken ist die Installation durch einen Fachmann inbegriffen.

Die wichtigsten Begriffe

  • Billag: Im Auftrag des Bundes treibt die Swisscom-Tochterfirma Billag die gesetzlich vorgeschriebenen Empfangsgebühren ein (derzeit Fr. 14.10/Monat für Radioempfang und Fr. 23.45/Monat für Fernsehempfang). Sie sind unabhängig vom Empfangsweg geschuldet, also etwa auch für Besitzer von Satellitenschüsseln - selbst wenn man keine Schweizer Programme sehen will.
  • EPG: Electronic Program Guide, das Programmheft im Fernseher, zeigt das aktuelle Programm samt Hintergrundinformationen und erlaubt einfacheres Programmieren von Aufnahmen.
  • HDTV: High Definition Television (hochauflösendes Fernsehen) ist ein neuer digitaler Standard. HDTV soll mit grossen Bildschirmen ein Kinoerlebnis ermöglichen. Nur über Fernseher mit dem Logo «HD ready». Noch bieten aber erst wenige TV-Sender HDTV an.
  • IPTV: Beim Internet Protocol Television werden Fernsehprogramme oder Filme über ein digitales Breitband-Internetnetz (ADSL) übertragen. Für den Empfang braucht es eine Set-Top-Box.
  • Pay-TV: Bezahlfernsehen für einen Fernsehsender mit fixer Monatsgebühr (zum Beispiel Teleclub).
  • Pay-per-View: Bezahlfernsehen, bei dem nur für tatsächlich gesehene Sendungen einzeln bezahlt wird.
  • Set-Top-Box: Oberbegriff für Geräte, die zwischen Antenne oder Kabelbuchse und Fernsehgerät installiert werden, um ein digital gesendetes in ein analoges, für einen herkömmlichen Fernseher lesbares Signal umzuwandeln.
  • Video-on-Demand: Service, der es ermöglicht, jederzeit aus einer Auswahl einen Film abzurufen und abzuspielen.
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