Smartphones sind inzwischen mobiles Büro, Spielekonsole, Verbindungsglied zu den sozialen Plattformen wie Twitter und Facebook, Navi im Verkehr, Musik- und Videoplayer und Schnappschusskamera in einem. Wem das noch nicht reicht, der kann sein Handy mit Tausenden kostenlosen Zusatzprogrammen noch aufpeppen.

Doch nicht jeder braucht eine solche Topausstattung. Ab 200 Franken erhält man ein gutes Smartphone, das zwar nicht mit allen Zusatzprogrammen zurechtkommt, aber doch mit den meisten. Wer dagegen alle technischen Möglichkeiten ausnutzen will, kommt um ein Topgerät ab 400 Franken nicht herum.

Darüber bedient der Nutzer das Smartphone direkt mit dem Finger am Bildschirm. Die am Markt wichtigsten Betriebssysteme sind iOS von Apple und Android von Google. Weniger verbreitet sind Windows Phone, Blackberry OS und Symbian. Während iOS nur auf dem iPhone läuft, ist Android ein offenes Betriebssystem, das verschiedene Hersteller wie Samsung, LG, Sony Ericsson oder HTC in ihren Geräten einsetzen. Mac-Besitzer sollten eher zu einem iPhone greifen, denn die Verständigung zwischen Android und Apple-Computern läuft nicht reibungslos. Wer einen PC besitzt, ist sowohl mit dem iPhone als auch mit einem Android-Handy gut bedient (siehe «Synchronisation»). Es häufen sich zudem Hinweise, dass Schadprogramme auf Android-Geräten häufiger sind als auf iPhones. Gegen die Schadprogramme kann man sich jedoch mit entsprechender Schutzsoftware schützen.

Diese kleinen Zusatzprogramme erhöhen den Nutzwert des Smartphones. Wer Wert legt auf eine grosse Auswahl an Apps, sollte sich entweder für ein Android-Gerät oder ein iPhone entscheiden. Für diese Betriebssysteme stehen in den App Stores jeweils weit über 300'000 Apps meist kostenlos zum Download aufs Handy bereit. Die App Stores von Windows Phone, Blackberry OS und Symbian haben hier deutlich weniger zu bieten.

Die Kontakte, Dokumente und Kalender können mit dem PC oder Mac abgeglichen werden. Das Handy wird dafür entweder mit dem Computer per USB-Kabel verbunden, oder die Daten werden drahtlos über das Internet oder WLAN ausgetauscht. Bei Android funktioniert der drahtlose Abgleich aber nur dann einfach, wenn der Nutzer seine Kontakte und Termine bei Google direkt organisiert. Sollen die Daten mit Outlook abgeglichen werden, braucht es Zusatzsoftware. Auch die Outlook-Alternative Thunderbird lässt sich mit Android synchronisieren, allerdings nur über ein Google-Konto und ein Zusatzprogramm. Das iPhone synchronisiert die Daten über die Funktion iCloud per Internet oder auch per Kabel direkt mit dem Mac oder PC mittels der iTunes-Software.

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Für Normalnutzer reicht ein Display mit 3-Zoll-Diagonale und einer Auflösung von 320×480 Pixel. Wer dagegen häufig spielt und surft, Videos anschaut und das Smartphone als Navi nutzen will, sollte einen Bildschirm ab 4 Zoll wählen, auch wenn das Handy dann vielleicht nicht mehr in die Hosentasche passt. Bei günstigeren Geräten fehlt häufig die Funktion Multitouch, also die Bedienung mit mehreren Fingern. Multitouch steigert den Bedienungskomfort; so kann man mit einer Spreizbewegung der Finger direkt in ein Bild zoomen.

Wer viel schreibt, sollte sich ein Smartphone mit ausklappbarer oder ausschiebbarer Tastatur ansehen. Die Touch-Screen-Tastatur funktioniert erst ab einer Bildschirmdiagonalen von 3,2 Zoll einigermassen komfortabel.

Die Schnelligkeit des Prozessors bestimmt, wie flüssig sich das Smartphone bedienen lässt. Für normale Ansprüche reicht eine Taktfrequenz von 600 bis 800 MHz. Wer viel im Internet surft, Spiele spielt und Videos anschaut, sollte einen Prozessor wählen, der mindestens mit 1 GHz getaktet ist. Die nächste Smartphone-Generation besitzt bereits zwei Rechenkerne (Dual Core), wie ein PC.

Wer auf dem Handy Musik, Bilder und Videos speichern will, sollte vor dem Kauf den Speicherbedarf kalkulieren: Pro Song fallen rund 5 Megabyte an, Spielfilme brauchen teils mehrere Gigabytes. Hinzu kommen vielleicht noch Spiele und Apps. Eine Navi-Software allein beansprucht leicht 1000 Megabyte. Bei manchen Smartphones wie dem iPhone lässt sich der Speicherplatz nachträglich nicht mehr erweitern. Geräte mit einem Einschub für SD-Speicherkarten lassen sich dagegen günstig ausbauen.

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Mit einer richtigen Digitalkamera kann es ein Smartphone nie aufnehmen, auch wenn es eine Bildauflösung von 5 Megapixeln und mehr bietet. Für Schnappschüsse reichen auch 3 Mega­pixel. Bei häufigem Gebrauch ist ein LED-Blitzlicht sinnvoll, eine kurze Re­aktionszeit beim Auslösen und ein Autofokus. Wer auch Videos drehen will, sollte unbedingt auf die höher auflösende HD-Aufnahme achten.

Mit einem eingebauten Empfänger für das Satellitenortungssystem GPS kann das Smartphone als Navi dienen, mit ­einem digitalen Kompass auch für Fussgänger. Kostenlose Navi-Apps im App Store für das iPhone reichen für die ge­legentliche Nutzung, die Google-Navi­gation auf Android-Geräten funktioniert gut. Allerdings müssen diese kostenlosen Lösungen das für die Route erforderliche Kartenmaterial jeweils aus dem Internet nachladen, was zulasten der Datenflat­rate geht und im Ausland wegen hoher Roamingkosten gar nicht zu empfehlen ist. Bei häufigem Gebrauch lohnt sich daher eine ausgereifte Navi-App für 50 bis 100 Franken, die das gesamte Kartenmaterial mitbringt und wie ein richtiges Navi nicht auf das Internet angewiesen ist.

Um das Smartphone ins Internet zu bringen, reicht es, wenn das Gerät den Funkstandard UMTS unterstützt. Wer sehr oft surft, grosse Dateien unterwegs herunterlädt oder schnell hochladen muss, sollte auf HSPA achten. Nützlich ist die Unterstützung von WLAN: Damit kann sich das Handy zu Hause ins Netzwerk einbuchen und ohne teure Mobilfunkgebühren ins Internet.

Die Auswahl an Ohrhörern ist viel grösser, wenn das Handy eine Standardbuchse für 3,5-mm-Klinkenstecker besitzt und nicht einen herstellerspezi­fischen Anschluss. Sollen Videos vom Handy auf dem TV-Gerät wiedergegeben werden, ist ein HDMI-Ausgang nötig.

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Wer sein Handy auch als Modem nutzen will, über das man sich Internetzugang für ein Notebook verschafft, der braucht ein Smartphone mit sogenannter Tethering-Funktion. Allerdings muss wegen des grösseren Bildschirms des Notebooks mit einer erheblich höheren Datenmenge gerechnet werden. Bei Swisscom und Orange ist Tethering möglich, bei Sunrise nicht.