Patrick Hersiczky ist Sunrise-Freedom-Kunde und war damit einverstanden, dass sich die Surfgeschwindigkeit auf dem Handy automatisch verringerte, wenn seine monatliche Datenoption von 500 Megabyte aufgebraucht war. Wenn es ihm zu langsam geworden wäre, hätte er das Zusatz­angebot gebucht, das Sun­rise jeweils per SMS anpries: «Mit vollem Speed weitersurfen? Schicken Sie eine SMS.» Dieser Zusatz kostete einen Franken pro Tag für maximal ein Gigabyte am Tag.

Im Dezember drehte Sunrise den Vorgang um: Seither muss sich melden, wer das zusätzliche Datenguthaben nicht will, wenn 500 Megabyte auf­gebraucht sind. Wer nicht reagiert, rutscht in die automatische Aktivierung der «Speed Option» und damit in Mehr­kosten – im Extremfall sind das jeden Monat 30 Franken.

Mit dem Mechanismus – handeln müssen, wenn man etwas nicht will – lässt sich ein Vertrag nicht einseitig ­ändern. Aus Konsumentensicht ist er grundsätzlich abzulehnen. Sunrise rechtfertigt sich: Durch die automa­tische Aktivierung könnten die Kunden «bequem» weitersurfen. Weil die Nachfrage nach höheren Datenvolumen steige, habe man «den Prozess vereinfacht». Über die Änderung habe man zudem vorgängig «fair und transparent» informiert, nämlich über SMS, E-Mail und mit ­einer Rechnungsbeilage.

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AGB-Änderung geht unter

Die «Vereinfachung» hat ­Patrick Hersiczkys Dezemberrechnung und diejenige seines Sohnes um 28 Franken erhöht. Im Sinn einer kulanten Übergangslösung erliess ihm Sunrise die Mehrkosten. Und in seinem persönlichen Sunrise-Konto hat Hersiczky die automa­tische Aktivierung jetzt permanent ausgeschaltet. Doch fair und transparent findet er die Sunrise-Information über die Vertragsänderung nicht. «Wenn ein Anbieter seine allgemeinen Geschäftsbedingungen ändert, erwarte ich einen separaten Brief. Auf den anderen Kanälen geht eine solche Information in der allgemeinen Flut unter.»