Gleich mehrmals stündlich sendet das Android-Betriebssystem von Google Informationen über benutzte WLAN-Netze und Mobilfunkzellen an das Unternehmen.

Google betont in einer öffentlichen Stellungnahme, dass dies nur bei Kunden geschehe, die der Übertragung auch zugestimmt hätten. Diese Zustimmung wird beim Einrichten des neuen Telefons erteilt. Der eidgenössische Datenschutz­beauftragte Hanspeter Thür will darum bei Google zurzeit nicht vorstellig werden. «Die Nutzer können die Übermittlung auch nachträglich wieder ausschalten», sagt sein Mitarbeiter Francis Meier.

Einstellung des Telefons kontrollieren

So hindern Sie Google im Nachhinein am Sammeln: in den Einstellungen unter «Standort und Sicherheit» die Op­tion «Drahtlosnetzwerke» ausschalten.

Für Google sind die Ortungsdaten «ex­trem wertvoll», wie aus einem Mailverkehr hervorgeht, der kürzlich aus der Google-Chefetage sickerte. Die Daten sind eine Voraussetzung, um Kunden künftig punktgenau mit Werbung versorgen zu können. Zum Beispiel mit Angeboten aus einem Ladengeschäft, vor dem der Kunde gerade steht.

Viel grösser war die Empörung der Da­tenschützer bei Apple. Im April war bekannt geworden, dass iPhone-Benutzer ihre Ortsdaten beim Synchronisieren mit dem Computer über Jahre zurück auf der Festplatte speicherten. Anders als bei Google sollen die Daten jedoch nicht an das Unternehmen gesendet worden sein. Apple hat Fehler eingestanden und das Problem mit einem Softwareupdate entschärft.