Beobachter: Was nervt Sie besonders?
Steff la Cheffe: Ich nerve mich vor allem, wenn ich – mitten in einem Gespräch mit Freunden – von Unbekannten angequatscht werde. Mich hat es ja quasi von der Szene in die breite Öffentlichkeit gespült. Eine Person des öffentlichen Lebens zu werden war für mich persönlich schon krass. Ich war plötzlich nicht mehr nur Musikerin und Beatboxerin, sondern ein Gesicht und ein Brand, den man kennt. Die Anfragen für Mandate und Werbung summierten sich. Der Trubel ist mir irgendwann über den Kopf gewachsen. Ich habe mir dann Ferien verordnet, um zu kapieren, was eigentlich genau passiert ist.

Beobachter: Inwiefern hat der Schritt in die Öffentlichkeit Ihr Leben verändert?
Steff la Cheffe
: Ich bleibe öfter zu Hause, wenn ich genug vom Promistatus und seinen Folgen habe. Früher habe ich oft auf eigene Faust Hip-Hop-Jams und Beatbox-Battles abgeklappert. Im Grunde bin ich nämlich ein Mensch, der die Freiheit und die Unab­hängigkeit total liebt.

Beobachter: Spüren Sie die Verantwortung, die der Promistatus mit sich bringt?
Steff la Cheffe: Ja, manchmal bereits beim Schreiben eines Songs. Es geht so weit, dass ich mir beim Texten Gedanken darüber mache, ob ich mir dieses Schimpfwort sparen kann. Am Bekanntsein schätze ich, dass sich extrem viele Türen quasi von alleine öffnen. Der schwierige Teil an dieser privilegierten Situation ist, dass ich mir das Hirn darüber zermartern muss, welche Entscheidung die richtige ist.

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Beobachter: Zerbrechen Sie sich auch oft den Kopf darüber, welches Bild man sich von Ihnen macht?
Steff la Cheffe: Schon, ja. Ich mag es nicht, wenn sich Leute über mich ein Urteil bilden, nur weil sie meine Songs kennen, ein Interview mit mir gelesen oder mich mal bei «Aeschbacher» im TV gesehen haben. Diese Leute wissen etwas über Steff la Cheffe. Stefanie Peter kennen sie nicht. Als Rapperin muss ich auf der Bühne eine grosse Klappe haben. Privat aber habe ich keine Profilierungsneurose und höre den anderen auch gerne zu. Wenn die Medien im Moment über mich schreiben, dass ich es super mache und eine Sympathische sei, so ist das vordergründig zwar auch positiv für mich. Gleichzeitig weiss ich, dass ich damit rechnen muss, heftig kritisiert zu werden, wenn ich eben einmal von diesem «cheibe Sympathische» abrücke.

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