Zottel ist kein Wahlgag», sagt Parteisekretär Roman Jäggi, «nur die schwachen Mitteparteien wie die CVP brauchen Gags.» Die SVP aber bringe mit dem gehörnten Sympathieträger ein friedliches Element in den Wahlkampf: «Denn dieser wird hart werden - denken Sie nur an die ständigen Angriffe der Linken und Grünen auf Christoph Blocher.»

Nun blickt Zottel tatsächlich auf eine friedliche Vergangenheit zurück. Der sechsjährige Bock teilt im zürcherischen Otelfingen den Stall mit einem 28-jährigen Hengst, der dank ihm wieder aufblühte - ganz zur Freude des Bauern und SVP-Nationalrats Ernst Schibli. Beim Ausritt zottelt Zottel gemächlich neben Ross und Reiter her.

Allerdings baut die SVP auch auf andere für Zottels Artgenossen typische Eigenschaften: Die Ziege stehe für Freiheit, Unabhängigkeit und Unerschrockenheit der Schweiz.

Da stapelt die SVP ziemlich tief. Genau genommen steht Zottel respektive einer seiner Vorfahren in direktem Zusammenhang mit der Geburt unserer Nation. Diese ist ja, zumindest in der Lesart der SVP, von Tell und dem Gotthard nicht loszulösen. Des Passes Nutzung wiederum ermöglichte erst der Bau der Teufelsbrücke.

Der Pakt mit dem Teufel

Die Urner entpuppten sich leider als schlechte Brückenbauer - sie mussten den Teufel um Hilfe bitten. Der vollendete das Bauwerk im Nu, forderte dafür aber die Seele des ersten Überquerers. Da jagte ein Bauer seinen Ziegenbock über die Brücke. Der listige Mann dürfte als Ahnherr der SVP seinen Platz in der Geschichte finden. Denn auch Bundesrat Blocher wäre ein Pakt mit dem Teufel zuzutrauen - den er nachher übertölpeln würde.

In der Geschichte der Teufelsbrücke erscheint der Vorfahre Zottels eher als Trottel. Doch diese Betrachtung greift zu kurz, wie das Mittelalter zeigt: Da endeten Hunderte von Frauen als Hexen auf dem Scheiterhaufen, weil ihnen angedichtet wurde, sie hätten mit dem Teufel in der Gestalt eines Ziegenbocks Geschlechtsverkehr gehabt. Die düstere Vergangenheit belastet bis heute die Frau-Ziegenbock-Beziehung. Bange Frage: Was bringt Zottel den SVP-Frauen im Wahlkampf? Allerdings auch eine überflüssige Frage, sind doch die Damen eine vernachlässigbare Grösse in der Bockspartei.

Quelle: SVP
Anzeige