Ursula Bachmann ist Kaffeeliebhaberin und besitzt eine Nespresso-Kaffeemaschine. Für den Wohlgeschmack nahm sie in Kauf, dass die Maschine lediglich mit den passenden, nicht ganz billigen Alu-Kaffeekapseln funktioniert. Im Schlieremer Elektrofachgeschäft Eltop, wo auch Nespressomaschinen angeboten und gebrauchte Kapseln zurückgenommen werden, kaufte Bachmann die Kapseln bis anhin. Doch damit ist es jetzt vorbei.

Detaillisten wie die 36 Eltop-Geschäfte oder die rund 80 Spar-Filialen, die bisher Kapseln im Sortiment führten, werden von Nespresso nicht mehr beliefert. Will Bachmann ihren Kaffee in einem Laden kaufen, bleibt ihr nur der Gang in eine Nespresso-Boutique. Davon gibts schweizweit ganze sechs. Oder sie bestellt via E-Mail, per Telefon oder Fax. Bei einer Bestellung unter 200 Franken bezahlt sie die Portokosten. «Ich fühle mich bevormundet. Zudem muss ich jedes Mal bei Nespresso meinen Namen angeben», so Bachmann. Aber andere Möglichkeiten hat sie nicht.

Zu diesem Bärendienst am Kunden will man bei Nespresso nicht Stellung nehmen. Für Roger Gärtner, Leiter Elektrofachgeschäfte Eltop, ist aber klar: Sobald es eine qualitativ vergleichbare Alternative gibt, werde man sich «vom Nespresso-System verabschieden». Eltop nimmt weiterhin Kapseln zurück. Wie lange die Kunden ihren Abfall ins Geschäft bringen, ohne neue Kapseln zu beziehen, ist aber fraglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Alukapseln im Hausmüll landen, ist dank Nespresso also bestimmt nicht kleiner geworden.

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