Äpfel und Birnen dürften billiger werden. «Beim Tafelkernobst könnten die Preise sinken, wenn die prognostizierten Mengen tatsächlich geerntet werden», sagt Rolf Matter, Mediensprecher beim Schweizerischen Obstverband (Swissfruit). Er erwartet eine gute Ernte. Und der gefürchtete Feuerbrand? «Die Krankheit hat die Erntemenge zwar reduziert. Die Verhältnisse waren aber nicht nur für den Feuerbrand, sondern auch für die Früchte optimal», so Matter.

Erstaunlich. Den ganzen Sommer über schöpften die Medienberichte über das Thema Feuerbrand das gesamte Spektrum des Katastrophenvokabulars aus: «dramatisch», «explosionsartig», «grösste Schäden aller Zeiten». Die durch das Bakterium Erwinia amylovora verursachte Pflanzenkrankheit schien, so wurde vermittelt, den halben Obstbaumbestand der Schweiz zu bedrohen. Ein ganz anderes Bild zeigen die konkreten Zahlen. Gerodet werden mussten rund 100 Hektaren. Bei einer Gesamtfläche von 4500 Hektaren entspricht dies nur gerade 2,5 Prozent.

Hagel ist viel schlimmer
Tatsächlich beeinflussen gemäss Matter neben dem Feuerbrand auch andere Faktoren die Erntemenge stark. So vernichtet Hagel jedes Jahr im Schnitt sechs Prozent der Gesamternte. In den Jahren 2003 und 2004 waren es sogar zehn Prozent. Natürlich bedingte Ertragsschwankungen können die Erntemenge sogar um bis zu 20 Prozent variieren lassen. Ein schwacher Trost für die vom Feuerbrand betroffenen Bauern: Nach der Rodung und Neubepflanzung dauert es vier Jahre, bis die Plantage wieder den vollen Ertrag bringt.