Liebe Melanie Winiger, wie gebannt folgten Sie Al Gores Ausführungen zur Erderwärmung, als Sie vor drei Jahren im Kino «An Inconvenient Truth» («Eine unbequeme Wahrheit») sahen. Der Film habe Ihnen endgültig die Augen geöffnet.

Seither setzen Sie sich für den Umweltschutz ein. Sie wurden Markenbotschafterin einer Öko-Textillinie. Zu Hause löschen Sie das Licht, wenn Sie ein Zimmer verlassen, schalten den Computer aus, wenn Sie ihn nicht benötigen, machen den Wasserhahn beim Zähneputzen zu und verzichten gar aufs Baden. Bereits wird auch gemunkelt, Sie hätten Ihrem Gatten das Kioto-Protokoll als Pflichtlektüre verordnet.

Jetzt übertreiben Sie aber! Wenn Sie so weitermachen, werden Sie Stress mit Stress bekommen, der so gern Autogramme an Autoshows verteilt.

Dabei könnten Sie Ihre Ökobilanz mit ganz simplen Massnahmen effizient verbessern:

  • Kaufen Sie Früchte aus der Schweiz? Der Energieverbrauch für eingeflogene Frischwaren ist bis zu 48 Mal höher als für inländische Produkte. Und Erdbeeren aus Spanien schmecken wie Karton. Schon deswegen hat es sich gelohnt, auf die Thurgauer Variante zu warten.

  • Sicher bleiben Sie mit Ihrem neuen Volvo oft im Stau stecken. Wie wärs mit einem Elektrovelo? Damit können Sie über 40 Kilometer pro Stunde fahren. So überholen Sie im Stadtverkehr jeden Offroader. Auch im Verbrauch: eine Kilowattstunde oder – umgerechnet – ein Deziliter Benzin auf 100 Kilometer.

  • Ihr Zuhause ist schon älter. Verlangen Sie den neuen Gebäudeenergieausweis der Kantone. Ein Experte wird das Wohnhaus prüfen und Empfehlungen abgeben, wie Sie die Energieeffizienz steigern können. Das alles zum Einführungspreis von nur 200 Franken, wenn Sie sich im Einführungsmonat August gleich anmelden.


Mit grünem Gruss, Michael Krampf