Denner will Dampf machen: Gün­s­tige Importe von Nivea-Produkten so­wie Damen­hygie­nemarken wie Carefree, Al­ways und O.B. sollen durchgesetzt wer­den, wie Beobachter-Recher­chen ­zeigen. Denner will das so nicht bestätigen. Einkaufschef Hans-Rudolf Brauch­bar sagt aber: «Vor allem bei Körper­pfle­geproduk­ten sahnen Markenar­tikel-Multis in der Schweiz ab.»

Die Wettbewerbskommission (Weko) hat Mitte Dezember die Schweizer Zahnpastaherstellerin Gaba wegen unzulässiger Absprache und Verhinderung von Parallelimport gebüsst. Geklagt hat Denner, der vergeblich versucht hatte, El­mex-Zahnpasta in Österreich günstiger zu beziehen.

In der Schweiz kosten Markenartikel bis zu 30 Prozent mehr als im Ausland. Brauchbar ist überzeugt, dass man nach dem Entscheid nun Druck auf die Industrie machen kann. So auch Denner-Chef Phi­lippe Gaydoul: Sollten die Abgabepreise der Schweizer Markenfirmen an Detailhänd­ler über den Europa­preisen liegen, sei es dem Detailhändler überlassen, direkt bei den lizenzierten Herstellern oder auf dem Parallelmarkt in der EU zu kaufen.

Sind die Zeiten der über­teuerten Marken vorbei? Die Gross­verteiler warnen vor Euphorie: «Coop nutzt alle Möglichkeiten, punktuell parallel zu im­por­tieren. Wir sind aber auf absolu­te Liefersicherheit angewiesen», so Sprecher Nicolas Schmied. Gut 800 Läden überwiegend via Parallel­importe zu beliefern sei unmög­lich. Ähnlich klingt es bei Migros.

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Ob der Schweizer Detailhandel zudem genügend Druck auf die internationalen Firmen aufsetzen kann, ist für Experten fraglich. Der Markt sei dafür zu wenig gewichtig. Coop setze sich daher für europäische Preise bei den Schwei­zer Lieferanten ein, sagt Schmied.