In mindestens zehn dem Beobachter vorliegenden Fällen wendet der 68-jährige Basler einen faulen Trick an: Vor Jahren hatten die Betroffenen einmal eine Spende für Indlekofers Verein überwiesen, etwa für die Kampagne gegen den Uno-Beitritt. Seither erhalten sie die extrem rechtslastige Vereinszeitschrift «Recht+Freiheit», in der auch Auschwitz-Leugner schreiben dürfen. Weil sich die Empfänger nie gegen diese Zusendung gewehrt haben, konstruiert Indlekofer daraus ein stillschweigendes Abonnement - und verlangt auf sechs Jahre zurück Abogebühren.

Druckversuch auf Senioren
Dass die Betroffenen gar nie ein Abo wollten, lässt Indlekofer kalt: In weiteren Mahnschreiben beruft er sich auf einen Passus aus dem Obligationenrecht, wonach der Empfänger von «offensichtlich irrtümlich zugesandten» unbestellten Sachen den Absender benachrichtigen müsse. Wer dies nicht tue, werde «kostenersatzpflichtig», so Indlekofer. Er ignoriert, dass damit eigentlich wertvollere Gegenstände gemeint sind, die etwa versehentlich an eine falsche Adresse geliefert wurden. Das Beobachter-Beratungszentrum jedenfalls rät den Betroffenen, nicht zu bezahlen, weil es sich um eine unbestellte Zusendung handelte.

Nichtsdestotrotz rechnet Indlekofer offenbar damit, dass die zumeist älteren Spender seinem von Brief zu Brief wachsenden Druck nachgeben und die Forderungen (teils samt Mahngebühren) zähneknirschend bezahlen. Den Nachkommen einer verstorbenen einstigen Spenderin droht er gar mit strafrechtlichen Massnahmen, falls sie nicht bezahlen, denn ihre Mutter habe sich eine kostenpflichtige Leistung erschlichen, indem sie nie mitgeteilt habe, dass sie das Abo gar nicht wolle.

Indlekofer argumentiert gegenüber dem Beobachter, auf den Einzahlungsscheinen stehe, dass sich das Abo automatisch um ein Jahr verlängere, wenn es nicht gekündigt werde. Zudem werde das Heft ja persönlich adressiert, darum könnten sich die Empfänger nicht damit herausreden, es handle sich um eine unbestellte Werbezusendung.