Der Schweizer Wirte- und Hotelierverband Gastrosuisse wehrt sich seit Jahren gegen ein Rauchverbot in Restaurants. Neuster Höhepunkt: Der Verband plant eine nationale Kampagne mit dem hehren Ziel, «mehr Transparenz und Klarheit für die Gäste zu schaffen».

Plakate mit Sprüchen wie «Hey Süsse, lass uns abdampfen» sollen die Süchtigen zur Vernunft bringen. Und ein Label soll Gästen zeigen, wie dick der Nebel im Restaurant hängt. Weil dafür das Geld der über 20000 Gastrosuisse-Mitglieder nicht reicht, will der Verband jetzt Bundesgelder anzapfen. «Wir haben ein Gesuch an den Tabakpräventionsfonds gestellt», bestätigt Zentralpräsident Klaus Künzli.

Aus dem Fonds wird allerdings nur «effiziente und nachhaltige» Prävention bezahlt, wie die zugehörige Verordnung verlangt. «Und kaum eine Kampagne, die in Tat und Wahrheit rauchfreie Restaurants verhindern will», sagt Jürg Hurter von der Stiftung Pro Aere. Künzli widerspricht: «Wir wollen einen markanten Ausbau an rauchfreien Plätzen, aber eine freiwillige Regelung.» Was er nicht sagt: Gastrosuisse beantragt auch Geld für ein Label, das Raucherrestaurants auszeichnet. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bund dafür Geld verschwendet», sagt Hurter.

Der Kanton Tessin hat derlei Diskussionen abgehakt. Der Verein Gastro-Ticino mit seinen 1600 Restaurant- und Barbetreibern hat ein gesetzliches Verbot unterstützt – mit Erfolg: Ab 2007 darf in Restaurants, Cafés und Bars nicht mehr geraucht werden – wie auch in Irland, Italien, Finnland, Schweden und Norwegen sowie in diversen US-Staaten.

Quelle: Archiv