Reptilien sind sich ihrer Haut nicht mehr sicher. Ob in St. Moritz, Bern oder Zürich: kaum eine Nobelboutique, die nicht Taschen aus Schlangenleder, Eidechsen-Portemonnaies oder Krokostiefel anbietet. Die Luxusartikel haben allerdings ihren Preis: Eine schwarze Gucci-Handtasche aus Pythonleder etwa kostet 1940 Franken. Und beim Lederwarenspezialisten Mädler am Zürcher Paradeplatz gibts Krokodilleder-Beutel für stolze 3800 Franken zu kaufen.

Doch das Tragen von exklusiv Exotischem ist nicht nur eine Geld-, sondern auch eine Gewissensfrage. Zwar ist dank dem internationalen Abkommen über den Handel mit gefährdeten Arten frei lebender Tiere und Pflanzen der illegale gewerbsmässige Handel mit Reptilienleder mittlerweile fast vollständig zum Erliegen gekommen. «Eingeführtes Krokoleder stammt heute praktisch ausschliesslich von Zuchtfarmen», sagt Thomas Althaus vom Bundesamt für Veterinärwesen. Doch vor allem diese Farmen sind bei den Tierschützern umstritten. «Das ist übelste Tierquälerei, die Haltung dort ist nicht artgerecht, die Tiere haben viel zu wenig Platz, und die Schlachtung ist grausam», sagt Mark Rissi vom Schweizer Tierschutz, der Krokodilfarmen in Thailand inspizierte.

Ähnlich schockierend sind die Schilderungen von Harald Ullmann, Mitarbeiter der internationalen Tierschutzorganisation Peta: «Die Krokodile werden an einem Haken aufgehängt und verbluten langsam – der Todeskampf der Tiere kann bis zu zwei Stunden dauern.»