Beim Namen Peter Weiss­kopf schrillen in der Reisebranche die Alarmglocken. Mehrmals war er in Zusammenhang mit umstrittenen Kaffeefahrten aufgefallen (siehe auch: «Statt Rente gabs teure Matratzen»). Weisskopf ist an neun konkursiten Firmen beteiligt – und offenbar auch an der Biber Travel in Biberist SO. An der verschlossenen Firmentür hängt ein Zettel mit seiner Handynummer. Biber lockte im Sommer mit Billigferien: acht Tage Südtürkei etwa mit Flug und Halbpension im 5-Sterne-Hotel für 349 Franken.

«Ich war zunächst skeptisch», sagt Esther Dietziker aus Ernetschwil SG, «aber als ich das Inserat auch noch in der Zeitung sah, war ich überzeugt und buchte.» Sie vergewisserte sich, dass Biber die vorgeschriebene Sicherstellung der Kundengelder gewährleistete, und zahlte 2025 Franken für eine Woche Mallorca mit Familie. «Es sollte eine Überraschung für die Kinder werden. Sie sind noch nie geflogen.» Biber schickte ihr die Unterlagen nie zu und ist auch nicht mehr erreichbar. «Ich hätte mich auf mein ungutes Gefühl verlassen sollen», sagt Dietziker heute.

Laut den Reise- und Vertragsbedingungen, die Biber Travel ihr im Juni zusandte, war ihr Geld bei der Swiss Travel Security (STS) abgesichert. Doch die STS hatte den Vertrag mit Biber Travel am 3. Mai «aus triftigen Gründen» aufgelöst, so Sprecher René Gugger. Am 20. Juli nahm eine andere Versicherung Biber Travel unter Vertrag – und kündigte diesen am 19. September bereits wieder.

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Strafverfahren ist eröffnet

Wer in jener Zeit buchte, kann sich bei der Travel Professional Association melden. Wer zwischen 4. Mai und 19. Juli 2012 buchte, wird wohl kein Geld sehen. «Wenn die Kassen leer sind, sind sie halt leer», sagt Beat Dannenberger, Ombudsmann der Schweizer Reisebranche. Er empfiehlt betroffenen Kunden, sich umgehend bei der Kantonspolizei Solothurn zu melden.

Inzwischen läuft ein Verfahren wegen Veruntreuung. Biber-Geschäftsführer Marcel Waldvogel war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Sein «Berater» Peter Weisskopf indes versichert: «Es tut mir leid. Wir werden uns um unsere Kunden kümmern. Momentan können wir aber nichts machen, weil unsere Konten gesperrt sind.»