Die peniblen Sicherheitskontrollen vor Flugreisen bieten tiefe Einblicke in die Reisegewohnheiten von heute: Es fliegt immer mehr Elektronik mit. Internetumfragen bestätigen den Eindruck. Nur gerade zehn Prozent der Urlauber lassen ihr Handy zu Hause. Zwei von drei Reisenden haben eine Digitalkamera und/oder einen Camcorder dabei. Ein Drittel schleppt einen Laptop mit. Und wer den Mediaplayer, den Gameboy oder das Navigationsgerät immer mit dabei hat, will auch in den Ferien nicht darauf verzichten.

Dabei bürdet man sich mit all dieser Ausrüstung eine grosse Belastung auf. Das fängt schon beim Packen an. Jedes der Geräte braucht eine Stromversorgung, Ersatzakkus, spezifische Kabel für die Verbindung mit anderen Geräten und weiteres Zubehör, das sich schnell auf mehrere Kilos summiert. Ohne Checkliste und penible Vorbereitung (siehe nachfolgende Box «Elektronik: Die Ferien-Checkliste») geht schnell etwas vergessen – und das mitgeschleppte Gerät ist nutzloser Ballast. Am Urlaubsort sodann will das digitale Arsenal gut behütet sein. Nicht nur vor Langfingern, sondern mehr noch vor Sonne, Sand und Wasser, den Todfeinden der Elektronik.

Totalverzicht auf elektronische Annehmlichkeiten und digitale Gewohnheiten ist jedoch nicht die einzige mögliche Lösung des Problems. Man muss seine Bedürfnisse nur anders befriedigen. Einen Computer mit Internetanschluss zum Mailen findet man heute in fast jedem Hotel und sonst in Internetcafés. Und wer statt des Laptops USB-Speichersticks oder eine mobile Festplatte mitnimmt, kann damit auch die Kameraspeicher leeren oder den Mediaplayer mit neuen Daten laden.

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Will man auch in den Ferien an Texten, Tabellen oder Bildern arbeiten, übergibt man sie Onlinediensten wie Google Apps, womit sie in jedem Webbrowser weiter bearbeitet werden können. Oder man installiert die wichtigsten Programme, Einstellungen und Dokumente auf einem USB-Speicherstick, so dass man seine gewohnten Werkzeuge immer in der Tasche hat.

Ansonsten bietet vor allem das omnipotente Handy Möglichkeiten, elektronischen Ballast abzuwerfen. Warum nicht die Kameras zu Hause lassen und die Ferienerinnerungen mit dem Mobiltelefon schiessen? Die meisten Handys bieten ausserdem heute auch Mediaplayer-Funktionen. Wenn sie nicht schon mit einem GPS-Modul ausgerüstet sind, kann man sie mit einem externen Satellitenempfänger und entsprechender Software in ein Navigationsgerät verwandeln. Auch E-Mail beherrschen die meisten Handys (wie Sie im Ausland hohe Verbindungskosten vermeiden: siehe Artikel zum Thema «Tricks der Handy-Fallensteller»), und Spiele zum Überbrücken von Wartezeiten gibt es wie Sand am Meer.

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Natürlich erreichen Mobiltelefone bei keiner digitalen Disziplin die Qualität und den Komfort der Spezialgeräte. Und an einem Hotel-PC arbeitet es sich selbst mit den gewohnten Programmen auf USB-Sticks anders als zu Hause. Dafür fährt man einige Kilos leichter in die Ferien – und muss sich nicht um überhitzte Akkus, gestohlene Navis, baden gegangene Kameras und Laptops ohne Internetanschluss kümmern. Schöne Ferien halt!

Elektronik: Die Ferien-Checkliste


Vor der Reise

  • Ladegerät: für jedes Gerät ein passendes
  • Universalstecker, damit die Ladegeräte auch in die Steckdose passen
  • Steckerleisten oder Doppelstecker, um über Nacht alle Geräte auftanken zu können
  • Ersatzakkus – für die unverzichtbaren Geräte
  • Verbindungskabel für den Anschluss der Geräte an den Laptop, sonst ist er als Datentank für Bilder, Videos und Musik oder Internetstation nutzlos
  • Backup für zu Hause – gestohlene, verlorene, zerstörte Hardware kann ersetzt werden, Daten sind für immer verloren
  • Versicherungsschutz – bei neuen, teuren Geräten ist er einen Gedanken wert
  • Handgepäck – Elektronik, inklusive der Ladegeräte, gehört nicht ins aufgegebene Gepäck und muss für Sicherheitskontrollen auf Flughäfen betriebsbereit sein


Während der Reise

  • Sonne, Sand und (Salz-)Wasser sind die Todfeinde jeder Elektronik.
  • Stauhitze im Auto kann Handy, Laptop und Co. zerstören. Im Kofferraum ist es kühler.
  • Schutzhüllen sind am Strand für die sensible Elektronik Pflicht. Vorsicht bei Billigware aus dünnem Plastik – der kann schmelzen und das Gerät verkleben.
  • Unauffälligkeit macht Diebe nicht aufmerksam. Geräte also nicht offen herumtragen oder gar liegenlassen.
  • Hotelzimmer sind die sichersten Aufbewahrungsorte für Laptops.
  • Abschalten ist der Zweck der Ferien. Das gilt für Mensch und Maschine.
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<h3>Reisen mit Handy, Laptop & Co.</h3>

Allgemeine Tipps

photoscala.de – Universallader Pixo C2
Kann über Steckeradapter zahlreiche Geräte verschiedener Hersteller mit Strom versorgen. Vorher ausprobieren!

Software auf dem USB-Stick

ct-Artikel «Die Überall-Software»
Gute Einführung ins Thema

WinUSB – Tutorial
Eine gut verständliche Anleitung, wie man seine Lieblingsprogramme und Daten start- und arbeitsbereit auf einen USB-Speicherstick bekommt

magnus.de – Linux vom USB-Stick
Was mit Windows geht, können Linuxer schon lang

Internetcafés

cybercafes.com – Internetcafé-Suchmaschine
Kennt über 4200 Internetcafés in 141 Ländern

cybercaptive.com – Internetcafé-Suchmaschine
Erspart das Suchen und Durchfragen vor Ort

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World of Internetcafes – Internetcafé-Verzeichnis
Nicht ganz so umfangreich, aber deutsch

Dienste und Programme zum Online-Arbeiten auf fremden PC

Google Apps
Die Google Online-Dienste findet man gut versteckt hinter dem Link «Weitere Google-Produkte». Gratis zur Verfügung steht ein Bündel von Online-Programmen für die Mail-, Adress-, Termin- und Bookmarkverwaltung, für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation, zur Bildverwaltung, zum Bloggen und zum Chatten

Apple MobileMe
MobileMe heisst die (kostenpflichtige) Wolke der Mac-Gemeinde. Sie bietet nebst Speicherplatz so genannte Web Apps, mit der Mails, Adressen und Termine zentral vom iPhon, MacBook und iMac, aber auch Windows-PC verwaltet werden können. In Kürze sollen auch die iWorks-Programme für die Textverarbeitung Online in der Wolke verfügbar sein.

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Microsoft Office Live Workspace
Microsoft Office Live Workspace ist noch in der Testphase (Beta) und bietet noch keine ausgereiften Online-Programme. Um die zentral in der Wolke gespeicherten Daten nutzen zu können, müssen die MS-Office-Programme auf den Geräten installiert sein. Microsoft will Word, Excel und Powerpoint in Kürze auch als Online-Software zur Verfügung stellen.

Photoshop.com
Mit Photoshop.com bietet Adobe eine abgespeckte webbasierte Version ihrer bekannten Bildbearbeitung Photoshop an. Sie richtet sich vor allem an Anfänger und private Nutzer, die nur gelegentlich Bilder bearbeiten müssen und mit den essentiellen Funktionen einer Bildbearbeitung auskommen.

Heise Special «Online-Software»
Das Heise Themen-Special "Online-Software" beschreibt und verlinkt über 70 aktuelle Mietsoftware-Angebote und belegt damit: Fast alle Anwendungen, die man im Alltag brauchen kann, gibt es mittlerweile als dienstbare Geister im Web.

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PC Magazin-Artikel «Werkzeuge im Web»
Die Autoren beschreiben zwei Dutzend und mehr kostenlose Online-Anwendungen, die Desktop-Programmen ebenbürtig, nicht selten sogar überlegen sind.