«Erster Pendleransturm» gemeistert, verkündeten die SBB Anfang Woche stolz: Der Fahrplanwechsel mit den grössten Änderungen seit 2004 sei «ohne nennenswerte Probleme» angelaufen. Nicht alle Pendler sahen das gleich. Auf sozialen Netzwerken und in den Kommentarspalten von Onlineportalen beklagten sie sich über Verspätungen und über zu kurze Zugkompositionen – was zu massiv überbelegten Zugwaggons führe. Auffällig dabei: Viele der Klagen kommen aus der Ostschweiz.

«Kapazitäten wurden deutlich ausgebaut»

Tatsächlich kam es dort mit dem Fahrplanwechsel zu einem schmerzhaften Einschnitt: Die SBB strichen den bei Pendlern beliebten 6.27-Uhr-Morgenzug von Rorschach nach Zürich, weil dieser wegen zusätzlicher Verbindungen zwischen Zürich und St. Gallen auf dem Schienennetz keinen Platz mehr hatte. Für Pendler aus der Bodenseeregion heisst das: Sie müssen nun kurz nach 7 Uhr in Wil auf den Zug umsteigen, der von St. Gallen in Richtung Zürich fährt. Entsprechend eng kann es ab Wil werden. SBB-Mediensprecherin Lea Meyer spricht auf Anfrage von einer Zugauslastung von «85 bis 90 Prozent». Die SBB würden die Zugauslastung in den kommenden Tagen beobachten und die Zuglänge bei Bedarf anpassen.

Meyer weist zudem den von einzelnen Pendlern erhobenen Vorwurf zurück, die SBB seien mit weniger Rollmaterial unterwegs als früher. «Wir haben die Kapazitäten deutlich ausgebaut. Einzelne Züge mögen kürzer sein als zuvor, dafür sind andere länger. Wenn wir feststellen, dass wir das anders gewichten müssen, können wir schnell reagieren.» Auf dem gesamten Schienennetz seien zudem SBB-Mitarbeiter in den Zügen unterwegs und führten Frequenzerhebungen durch. Feedback der Passagiere werde ebenfalls berücksichtigt. «Unser Rollmaterial ist stark genutzt, aber wir haben genügend Wagen, um Zugkompositionen verlängern zu können», sagt Meyer.

Um nicht im Gedränge reisen zu müssen, rät sie am Zuganfang oder am Zugende einzusteigen: «Die Wagen in der Mitte sind immer am stärksten belegt.»

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