Das Prinzip ist einfach: Kinder auf Reisen wollen beschäftigt sein - und dies in jeder Minute. Denn: je beschäftigter das Kind, desto weniger Gequengel.

Verabschieden Sie sich als Erstes von unrealistischen Vorstellungen, wie etwa, dass Ihr Zweijähriger den Nachtflug durchschläft. Tatsache ist auch, dass die fünfjährige Tochter mit Pipimachen nicht bis zur übernächsten Autobahnausfahrt warten kann und die Geschwister nicht länger als eine halbe Stunde friedlich zusammen spielen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kind auf Reisen gar nicht erst langweilen muss. Gesunde, kreativitätsfördernde Momente der Langeweile können Sie Ihrem Kind getrost wieder zu Hause zumuten. Jetzt hingegen gilt es, mit dem Kind zusammen die spannende Welt des Reisens zu entdecken. Gemeint ist damit allerdings nicht nur das phantastische Panorama. Vielmehr geht es darum, dass Ihr Kind die Reise als angenehm, lustig und interessant erlebt.

Bereiten Sie sich und Ihr Kind auf den Weg zum Ferienziel oder gar auf eine Woche «on Tour» gut vor. Besprechen Sie dazu spätestens einen Tag vor Abreise mit Ihrem Kind, wie die Reise ablaufen wird, was Sie von ihm erwarten (im Zugabteil sitzen statt klettern), welche Spiele es mitnehmen darf (ausnahmsweise den Gameboy) und womit es für gutes Verhalten belohnt wird (ein neues Rätselheft vom Kiosk). Sie können diese Abmachungen gemeinsam auf ein Blatt Papier - je nach Alter - zeichnen, malen oder schreiben. Unterteilen Sie die Reise bildhaft, zum Beispiel: Ankunft am Flughafen, Warten beim Check-in, Einsteigen und Hinsetzen im Flugzeug, Flugdauer, Landephase und so weiter. Während der Reise können Sie Ihrem Kind auf Ihrem Plan zeigen, wo es sich zeitlich und örtlich gerade befindet und welches Benehmen, welche Beschäftigung oder welche Belohnung nun angesagt ist. Denken Sie daran, Pausen einzuplanen. Je jünger das Kind und je monotoner die Reise, desto häufiger und bewegungsintensiver sollten die Unterbrüche sein.

Packen Sie auf Reisen stets Folgendes ein: Essen, Trinken und Schmuseplüschtier sowie ein Repertoire an Spiel- und Malzeug, Märchen-CDs - und dazu viele Ideen, die das Kind bei Laune halten. Nutzen Sie den Überraschungseffekt, indem Sie eine neue Spielidee, eine Handpuppe, ein neues Wimmelbuch hervorzaubern - dies wirkt oft Wunder.

Spielideen für die Reise


  • Tiere raten: Einer denkt sich ein Tier aus, und die andern müssen es erraten. Auf Fragen darf nur mit Ja oder Nein geantwortet werden. Hat es ein Fell? Ja. Hat es vier Beine? Nein. Jetzt darf der nächste Mitspieler weiterraten. Wer glaubt, das Tier erraten zu haben, darf es sagen - und gewinnt die Runde, wenns stimmt.
  • Märchenstunde: Schreiben Sie sich Titel von Geschichten auf, die Sie frei erzählen können. Wenn Sie kreativ genug sind, können Sie die Geschichten mit dem anreichern, was Sie gerade erleben: «Dann trafen der Esel, der Hund und die Katze auf einen Hahn an einer...» - das Auto fährt auf eine Brücke zu - «...Brücke!»
  • Autobingo: Erforderlich sind vorgefertigte Karten mit zwölf kleinen Illustrationen, wie beispielsweise einem Laster, einer Tanksäule, einer Kuh, einer Brücke, einem Traktor. Die Kinder müssen draussen die gleichen Dinge entdecken und können diese dann abstreichen.