Immer mehr Fluggesellschaften stellen ihr Meilenprogramm so um, dass Viel­flieger mit günstigen Tickets kaum noch profitieren. Meilen sind für Vielflieger eine wichtige Währung. Sie versprechen Freiflüge oder Upgrades in bequemere Klassen. Bis vor kurzem galt das Prinzip: Je weiter man fliegt, umso mehr Meilen bekommt man. Die neue Devise: Nur wer viel zahlt, bekommt viele Meilen.

Die US-Fluggesellschaft Delta, eine der weltweit grössten, hat ihr Meilenprogramm komplett umgestellt. Es zählt nur noch ein Kriterium: Die Anzahl Dollar, die jemand für einen Flug ausgibt, rechnet das Delta-Vielfliegerprogramm «Sky­miles» direkt in Meilen um. Die Folge: Für einen Interkontinentalflug mit einem Economy-Ticket für rund 1000 Franken gibts nur noch etwa halb so viele Meilen wie zuvor. «Das Ziel ist, unsere Top­kunden zu belohnen», sagt Sprecherin ­Aimee Greaves. Auf den 15. April krempelt nun auch British Airways das Meilenprogramm um. Bei den günstigsten ­Economy-Tickets gibts statt des vollen Meilenbonus nur noch 25 Prozent davon. Der Wechsel sorgte in der britischen Presse für Aufregung, weil auch hier von der neuen Politik nur Business- und ­First-Class-Kunden profitieren. Kunden also, deren finanzielle Situation meist so komfortabel ist, dass sie nicht aufs Meilensammeln angewiesen sind.

Swiss und Lufthansa haben ein kompliziertes Vergünstigungssystem – mit einer Mischrechnung aus Distanz, Ticketpreis und Buchungsklasse. Änderungen sind vorerst nicht geplant.