Die kleine Tochter auf dem Arm, den Rollkoffer in der Hand, darauf der sechsjährige Sohn: So hetzte Bianca Tiziani durch den Zürcher Flughafen. Eine Woche Badeferien in Antalya hatte sie auf Reisegeier.ch gebucht, Flug und Hotel für 1329 Euro. Jetzt war sie spät dran, weil sie bei der Anfahrt am falschen Terminal ausgestiegen war.

Doch am Check-in war die Reise schon vorbei: Das Boarding sei abgeschlossen, man könne nicht mehr in den Flieger. Sie rief sofort den Kundendienst von Ab-in-den-urlaub.de an. Auf diese Seite war Tiziani von Reisegeier.ch umgeleitet worden. «Ich schlug vor, auf ei­gene Kosten einen späteren Flug zu buchen. Der Kundendienst sagte, das gehe in Ordnung.» Sie kaufte drei Tickets für 150 Franken und telefonierte wie vereinbart wieder mit Ab-in-den-urlaub.de.

«Nun meldete sich eine andere Kundenberaterin. Plötzlich war alles anders. Ich könne nicht nach Antalya fliegen. Der Reiseveranstalter 5vorflug.de habe das ganze Angebot inklusive Hotelaufenthalt storniert. Es blieb nicht anderes übrig, als nach acht Stunden am Flug­hafen wieder mit den gepackten Koffern nach Hause zu fahren», sagt Tiziani.

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«Ich sehe keinen Grund, warum Frau Tiziani das Hotelangebot nicht nutzen könnte. Der Veranstalter steht klar in der Verantwortung», sagt Franco V. Muff. Als Ombudsmann der Schweizer Reisebranche sei er jedoch nicht zuständig für Buchungen bei ausländischen Anbietern.

«Bedauerlicher Fall»

«Der Hotelaufenthalt wäre nach wie vor möglich gewesen», sagt Nancy Mechnik, Medienverantwortliche bei 5vorflug.de. «Wir prüfen diesen bedauerlichen Fall derzeit. Eine abschliessende Stellungnahme ist daher noch nicht möglich», erklärt Britta Naujocks von Ab-in-den-urlaub.de.

Mit Reisegeier.ch, Ab-in-den-urlaub.de und 5vorflug.de waren drei Anbieter beteiligt, alle aus Deutschland. «Wer solche Angebote bucht, muss wissen, dass es sehr schwierig ist, bei Pro­blemen zu seinem Recht zu kommen», sagt Muff. Sein Tipp: «Recherchieren Sie zuerst im Netz, ob es sich um einen se­riösen Anbieter handelt.»

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