Für Denise McDonagh kam es am Ende doch gut. Im April 2010 wollte sie mit Ryanair von Faro zurück nach Dublin fliegen. Doch wegen des Vulkanausbruchs auf Island war der Luftraum gesperrt. Erst eine Woche später konnte McDonagh in ihre Heimat fliegen. In Portugal wurde sie von Ryanair nicht betreut. Deshalb verlangte sie von der Airline 1100 Euro für ihre Hotelrechnung. Dabei stützte sie sich auf eine EU-Verordnung, die auch für die Schweiz gilt. Doch Ryanair verweigerte die Zahlung.

Ryanair muss Kosten decken

Nun entschied der Europäische Gerichtshof: «Aus­sergewöhnliche Umstände wie die Schliessung des Luftraums nach dem Vulkanausbruch entbinden die Flug­gesellschaft nicht von ihrer Betreuungspflicht.» Die Airline hätte den gestrandeten Fluggast auf eigene Kosten betreuen müssen – und zwar während der ­gesamten Wartezeit. Ob ­McDonagh die gesamten 1100 Euro erhält, muss aber noch das zuständige irische Gericht entscheiden. Der Europäische Gerichtshof hielt in seinem ­Urteil nur fest: «Die Auslagen müssen sich als notwendig, ­angemessen und zumutbar ­erweisen.»

Swiss mag sich nicht festlegen

An diese – vermeintliche – Einschränkung klammert sich nun die Swiss. «Es handelt sich um unbestimmte Rechtsbegriffe, die im Einzelfall zu konkretisieren sind», sagt Sprecherin Sonja Ptassek. «Wie sich Swiss bei vergleichbaren Fällen verhalten wird, ist derzeit Gegenstand interner Abklärungen.»

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Für das Bundesamt für Zivilluftfahrt, die Aufsichtsbehörde für die Durchsetzung der Passagierrechte in der Schweiz, ist die Sache dagegen klar. «Wer von einer Airline nicht betreut wird, kann seine notwendigen Auslagen bei dieser einfordern», sagt Mediensprecherin Mireille Fleury. Zahlt die Fluggesellschaft nicht, wendet man sich ans Bundesamt für Zivilluftfahrt. Fehlbaren Airlines droht eine Busse bis zu 20'000 Franken.