Ein Flug von Toronto nach Frankfurt am Main erreichte sein Ziel 25 Stunden zu spät. Die Fluggesellschaft weigerte sich, den Passagieren eine Entschädigung zu zahlen. Der Flug sei nicht annulliert worden, sondern sei verspätet gewesen, und die entsprechende EU-Verordnung sehe nur bei Annullierung eines Flugs einen Anspruch auf Entschädigung vor.

Anders hat der Europäische Gerichtshof in einem Grundsatzurteil Ende 2009 entschieden, das auch für die Schweiz gilt: Verspätungen von drei oder mehr Stunden sind wie Annullierungen zu behandeln. Je nach Flugdistanz stehen Passagieren 250 bis 600 Euro Entschädigung zu. Die Airline muss nur dann nicht zahlen, wenn «aussergewöhnliche Umstände» zur Verspätung geführt haben – etwa schlechtes Wetter oder ein Terrorakt.

Die Entschädigung muss der Passagier direkt bei der Fluggesellschaft einfordern. Will diese nicht zahlen, kann bei der nationalen Aufsichtsbehörde Beschwerde erhoben werden. Bei uns ist dies das Bundesamt für Zivilluftfahrt.