Für den Flug YM 352 mit Montenegro Airlines von Belgrad nach Zürich hatte Mira Sutter aus Kaltbrunn SG drei Sitzplätze für sich und ihre beiden Söhne reserviert. Auf den Tickets stand «O.K.», und die drei freuten sich auf ihre Heimreise. Doch die Maschine war überbucht. «Ich wurde gebeten, meinen vierjährigen Sohn Fabian auf den Schoss zu nehmen», erzählt Sutter.

Nach den internationalen Transportrichtlinien (IATA) ist ein solches Vorgehen nicht gestattet, weil nur Kleinkinder bis zwei Jahre auf dem Sitz einer erwachsenen Begleitperson reisen dürfen. Mira Sutter willigte nur deshalb in den illegalen Sardinenflug ein, weil ihr die Fluggesellschaft versprochen hatte, den Ticketpreis zu vergüten; auf dem Flugschein gabs einen entsprechenden Vermerk. Wie abgemacht schickten Sutters das Ticket mit einem eingeschriebenen Brief an Montenegro Airlines in Zürich.

Nichts geschah. Auf telefonische Anfrage hiess es immer wieder, das Geld sei unterwegs. Schliesslich galt auch diese Zusage nicht mehr, und die Fluggesellschaft wollte die Kundin mit 20 bis 30 Franken abspeisen. Doch selbst diese mickrige Entschädigung wurde nicht überwiesen.

Nun platzte Mira Sutter der Kragen: Sie schrieb eine Beschwerde an den Hauptsitz von Montenegro Airlines in Belgrad mit Kopie ans Office in Zürich – mit der Androhung, ihr Geld nötigenfalls zivilrechtlich einzuklagen. Seitens der Fluglinie herrschte Funkstille. Bis der Beobachter intervenierte: Nun sollen Fr. 84.60 überwiesen werden. Viel zu wenig, findet Sutter, die Fr. 337.50 für das Ticket bezahlt hatte.

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