Ferien in Rajasthan im Westen Indiens: Da wollte ich unbedingt auf eine Kamelsafari in der Wüste Thar. Bei einem Anbieter im Wüstenstädtchen Jaisalmer entschieden sich meine indische Freundin und ich, uns einer Fünfergruppe anzuschliessen. Am Abreisetag war dann aber nur eine Schwedin mit von der Partie. Wir fuhren mit den Kamelführern eine Stunde mit dem Jeep aus der Stadt, dann stiegen wir auf die Kamele, und los gings.

Ich konzentrierte mich auf das regelmässige Auf und Ab, das Hin- und Herschwanken des Kamels. Nach einigen Stunden beginnt der Hintern zu schmerzen. Die Kamele kümmerts nicht: Gelassen trotten sie vorwärts, beschäftigen sich scheinbar gelangweilt mit endlosem Wiederkäuen – links, rechts, immer wieder –, schlucken mal runter, rülpsen, furzen oder entleeren ihren Darm. Und trotzdem war es wunderbar, auf dem Kamel zu sitzen, unterwegs zur totalen Ödnis: Die wenigen Sträucher wurden karger, und die eine Frau mit ihrer Kuh wirkte in der sandigen Weite recht verloren.

Kurz vor Sonnenuntergang erreichten wir unser Lager, wo wir auf ein belgisches Paar stiessen. Zusammen rollten wir die Dünen runter und erlebten magische Momente, als kurz vor der Finsternis die ganze Szenerie aufzuflammen schien.

In der Wüste ist alles aus Wellen. Die Sanddünen sind träge Riesenwellen, geformt aus unzähligen Miniwellen. Ja, sogar der Wind rauscht wie die Wellen am Strand.
Wir sassen still da, liessen uns vom sandigen Wind in eine wohlig raue Umarmung hüllen und konnten die Augen nicht vom atemraubenden oder genauer: schlafraubenden – Sternenhimmel wenden.

Nach kurzem Schlaf weckte mich die aufgehende Sonne. Alle waren wir leicht benommen und grinsten müde vor uns hin. Worte konnten die Zufriedenheit nicht erklären und waren auch überflüssig.