Anfang Mai schreckte der Astag-Garantiefonds die Reisebranche auf: Er wollte die Kundengelder des konkursiten Carunternehmens Jann Reisen AG in Rümlang nicht zurückzahlen (siehe Artikel zum Thema «Pauschalreisen: Bestellt, aber nicht abgeholt»). Inzwischen hat der Beobachter diese Absage rechtlich überprüft und kommt zum Schluss: Der Astag-Garantiefonds darf die Rückzahlung nicht verweigern, die Kundinnen und Kunden können ihr Geld vertraglich einfordern.

Allerdings verursacht eine Klage mit grosser Wahrscheinlichkeit mehr Kosten als Ertrag, weil der Astag-Fonds über viel zu wenig Mittel verfügt.

«Reisen sind abgesichert»
Viele Carreisende sind nach der Astag-Absage verunsichert. Wie steht es mit der Kundengeldabsicherung der rund 100 Carfirmen, die weiterhin beim Astag-Fonds Mitglied sind? Hans Dillier, Stiftungsratspräsident des Astag-Garantiefonds, sagt: «Die bei unseren Mitgliedern gebuchten Reisen sind abgesichert.» Zudem sei eine Reorganisation des Fonds eingeleitet. Bei bestimmten Mitgliedern würden die Bankgarantien angepasst, eine Rückversicherung werde geprüft. Und grössere Reiseveranstalter wolle man veranlassen, in den grossen Garantiefonds der Reisebranche zu wechseln.

Dessen Geschäftsführer, Urs Herzog, weiss davon noch nichts. Doch für ihn ist klar: «Wir sind offen für Carreiseanbieter. Aber sie müssen unsere Anforderungen erfüllen, eine Ausnahmeregelung gibt es nicht.»