Der Nachfolger der Fluggesellschaft Niki Air Berlin und Niki pleite Bekomme ich noch mein Geld? hatte angekündigt, Flüge von Zürich nach Spanien und Italien ab Juni anzubieten. Passagiere konnten noch bis vor kurzem Flüge zu insgesamt sechs Feriendestinationen buchen. Die Flüge durchgeführt hätte die Billig-Airline Ryanair. Doch nun kommt alles anders.

Die junge österreichische Fluggesellschaft meldet, dass das geplante Angebot wieder aus dem Flugplan genommen werde. Der Grund: Die zwei Flugzeuge, die für den Standort Zürich vorgesehen waren und bei Leasingfirmen bestellt wurden, konnten bis anhin nicht geliefert werden. Nicht davon betroffen sind die Ryanair-Flüge von Basel.

Was heisst das für Flugpassagiere?

Laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt Bazl informiert Laudamotion derzeit die Passagiere, die Flüge über Ryanair gebucht hatten. Den betroffenen Kunden werden zwei Optionen angeboten. Entweder sie lassen sich die vollen Ticketkosten innerhalb von sieben Tagen zurückerstatten und kümmern sich eigenständig um eine Ersatzbeförderung. Oder sie akzeptieren ein Alternativangebot. «In diesem Fall muss Laudamotion den betroffenen Passagieren ein Angebot zu vergleichbaren Reisebedingungen unterbreiten, also die Fluggäste umbuchen», ergänzt Nicole Räz vom Bazl.

Eine Entschädigung haben Flugpassagiere Flugverspätung Wann habe ich Anspruch auf Entschädigung? nur dann zugut, wenn die Annullierung weniger als 14 Tage vor Abflug dem Kunden mitgeteilt und kein Ersatzflug im Rahmen der ursprünglichen Flugzeit angeboten wurde. Daher könne das Datum der Benachrichtigung an den einzelnen Kunden entscheidend sein, ob Laudamotion entschädigungspflichtig wird, wie das Reise-Onlineportal travelnews.ch schreibt. Darüber hinaus ist die Länge der Flugstrecke massgebend für eine Entschädigungszahlung. Für einen Flug Zürich-Olbia wären das 250 Euro, für die Route nach Lanzarote gar 400 Euro.

Zahlt die Airline nichts, obwohl man einen Anspruch auf Entschädigung hätte, können sich Passagiere ans Bundesamt für Zivilluftfahrt wenden. Das Bazl kann die Airline jedoch nur büssen, und Fluggäste müssten Schadenersatzforderung auf dem zivilrechtlichen Weg durchsetzen. Ebenfalls könnte die Airline immer noch «aussergewöhnliche Umstände» geltend machen und müsste in diesem Fall keine Entschädigung zahlen (siehe Merkblatt unten «Ihre Rechte als Flugpassagier»).

Merkblatt «Rechte von Flugpassagieren» bei Guider, dem digitalen Berater des Beobachters

Flug annulliert, überbucht oder verspätet: Mitglieder von Guider erfahren im Merkblatt «Ihre Rechte als Flugpassagier», was ihnen zusteht und welche Entschädigungssumme sie in den jeweiligen Situationen verlangen können.