Sogenannte Pizza, das heisst plastikähnliches Weissbrot, mit orangem Cheddarkäse überbacken, sowie Bohnen und Kartoffeln stehen täglich auf dem Menüplan. Besonders aufregende Tage sind es für die Schüler, wenn die Herzinfarkt-Diät ansteht: Maisfladen mit Mayonnaise und Speck. Als Dessert dazu Muffins, Chips oder gefährlich bunt aussehende Milkshakes. Ich mache mich auf die Suche nach etwas Gesundem, da ich nicht beabsichtige, mit 20 Kilo mehr heimzukehren.

Aber das ist hier nicht so einfach wie in der Schweiz. Ich fühle mich wie ein Eichhörnchen auf der Suche nach Nüssen – gestresst und ohne grosse Hoffnung.

Ich finde zum Beispiel Mandarinenschnitze aus der Dose, die in einem trüben Wässerchen vor sich hin schwimmen. Daneben Salat, bestehend aus einem Blatt und zirka zwei Maiskörnern.

Deshalb bringe ich nun immer meinen Lunch von zu Hause mit. Was zur Folge hat, dass alle rundherum fragen, ob ich nicht genug Sackgeld bekomme, um etwas auswärts zu kaufen. Oder ob ich den englischen Food nicht möge. Da ich geschmolzenen Käse tatsächlich nicht gernhabe, benutze ich diesen als Ausrede – die Engländer schmeissen nämlich so ziemlich auf jedes Essen ihren Cheddar.

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Und die Schokolade, na ja

Nachdem die Leute hier die tägliche Chipspackung und den Lunch mit extra Käse verschlungen haben, packen sie den Schokoriegel aus. Und mir fällt die Kinnlade runter. Ich bin mir sicher, sie kompensieren die fehlende Qualität der Schokolade durch übermässigen Konsum. Und wenns nur bei Schokolade bleiben würde: Meist haben die Riegel eine Caramelschicht und eine Zuckerschicht drum herum. Ich habe dennoch mal einen Riegel probiert – und dabei ists geblieben. Denken Sie das nächste Mal an mich, wenn Sie in einer Schweizer Kantine essen – und geniessen Sies dankbar.

Die Gymnasiastin Lisa Dörrer, 16, berichtet über ihre Erlebnisse während ihres Austauschjahres im südenglischen Salisbury.