Die Folge: Je nachdem ist es günstiger, das Billett am Schalter zu lösen. Zum Beispiel in Zürich: Fr. 5.60 kostet ein Anschlussticket nach Spital Zollikon für Besitzer eines Stadtnetzabos, wenn man das Ticket an einem Automaten in der Stadt löst. Das hat Geneviève Lippmann mehrmals getan. Bis sie kürzlich das Billett ausnahmsweise am Schal­ter kaufte. Für die gleiche Strecke bezahlte sie plötzlich nur noch Fr. 4.20 – einen Viertel weniger als am Automaten.

«Das braucht zu viel Speicher»

Der ZVV nennt technische Gründe für diese Preisdifferenz: Löse man ein Anschlussticket nach Spital Zollikon, gebe der Automat das Billett für die Zone 40 heraus. Löse man das Ticket am Schalter, werde einem das Lokalnetz für die Gemeinde Zollikon verkauft. Das sei nicht anders möglich, denn die Automaten würden das Lokalnetz nicht kennen. «Müsste der Automat alle Relationen und Halte­stellen kennen, würde das zu viel Arbeitsspeicher ­benötigen», sagt Beatrice Henes, Informa­tionsbeauftragte des ZVV. Ein Problem, das für alle Lokalnetze bestehe, die an die Stadt Zürich grenzen. Man arbeite aber an Verbesserungen.

Konsumentenschützer sind entrüstet: «Es ist unglaublich, dass bei den heutigen IT-Möglichkeiten argumentiert wird, die Automaten seien nicht fähig, die Vielfältigkeit für Anschlusstickets zu gewährleisten», sagt Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz. Es sei daher auch nicht statthaft, einen Mehrbetrag zu fordern. Stalder: «Das kommt faktisch einer Tariferhöhung gleich.»

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