«Fast 100 Prozent der Geschädigten akzeptierten unseren Vorschlag», freut sich Kandid Hofstetter, Direktor des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands Astag. Zur Erinnerung: Anfang Mai 2005 ging das Carunternehmen Jann Reisen AG in Konkurs – 3000 bis 4000 Kunden konnten ihre bezahlten Reisen nicht antreten. Obwohl Jann seine Kundengelder beim Astag-Garantiefonds abgesichert hatte, wollte dieser anfänglich nicht zahlen.

Erst nach Intervention des ReiseOmbudsmanns und langen Verhandlungen bot die Astag den Geschädigten eine Teilrückzahlung an: 27 Prozent des verlorenen Reisegelds in bar und einen Rabattgutschein für eine neue Carreise. «Mitte Oktober haben die Geschädigten das Geld auf dem Konto und den Gutschein im Briefkasten», verspricht Hofstetter.

Nur: Den grösseren Teil des Schadens trägt die Kundschaft. Und der Vorfall zeigt, dass das Pauschalreisegesetz ungenügend ist: Es schreibt die Absicherung der Kundengelder zwar vor, sagt aber nicht wie; zudem sind keine Sanktionen für Firmen vorgesehen, die sich nicht an die Vorschrift halten.

«Eine Lex imperfecta», kommentiert Bernd Stauder, Rechtsprofessor an der Universität Genf. Ein ungenügendes Gesetz – das ist auch den schweizerischen Konsumentenorganisationen bewusst. Doch keine plant konkret einen Vorstoss zur Verbesserung.

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