Natürlich sind Badeferien in Italien nicht gleich riskant wie ein Amazonas-Trek. Doch unabhängig von der Destination gibt es einige Punkte, die bei jeder grösseren Reise aus medizinischer Sicht beachtet werden müssen - und je exotischer das Reiseziel, desto wichtiger ist eine frühzeitige reisemedizinische Beratung, inklusive Klärung der Versicherungsdeckungen. Dies gilt umso mehr, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist.

  • Impfungen: In Entwicklungsländern sind noch Krankheiten verbreitet, die hierzulande kaum mehr vorkommen. Mit den üblichen empfohlenen Impfungen für Kinder ist man jedoch gewappnet gegen Diphtherie, Kinderlähmung, Starrkrampf oder Masern.

    Zudem ist in vielen Ländern die Tollwut weit verbreitet. Kinder kennen wenig Scheu, wenn sie auf Tiere treffen - ein Biss genügt, und das herzige Hündchen wird unvermittelt zur tödlichen Gefahr. Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Arzt, ob er zu einer Tollwutimpfung rät.

    In Ländern mit schwierigen hygienischen Verhältnissen ist zudem Hepatitis A, eine virale Leberentzündung, verbreitet. Kinder überstehen diese zwar häufig mit weniger Symptomen als Erwachsene, doch sie können das Virus über lange Zeit ausscheiden und andere Personen anstecken. Eine Impfung ist sehr zu empfehlen.

  • Malaria: Gegen dieses schwerwiegende Gesundheitsproblem in tropischen Ländern gibt es keine Impfung. Kleine Kinder erkranken oft schwer. Die Erreger werden von Stechmücken übertragen. Ein guter Schutz vor Mückenstichen ist deshalb vorrangig. Insektensprays, Moskitonetze und geschlossene Kleidung sind effektive Massnahmen. Als Prophylaxe kommen auch Medikamente zum Einsatz. Wer infiziert ist, zeigt oft lange keine Symptome. Häufig bricht die Krankheit erst im Heimatland aus.

  • Durchfall: Je kleiner ein Kind, umso gravierender ist eine Durchfallerkrankung. Reisedurchfall ist die häufigste Gesundheitsstörung unterwegs. Sie wird meist durch verunreinigte Nahrungsmittel verursacht. Hält man sich an den Leitsatz «Peel it, boil it, cook it or forget it!» (Schäl es, siede es, koch es oder vergiss es!), lässt sich eine Erkrankung vermeiden. Vorsicht: Auch Eiswürfel oder -creme können den Erreger enthalten!

  • Sonnenschutz: Sonnencremen und Kopfbedeckungen sind selbstverständlich, zumal Kinder Hitze und Sonneneinstrahlung schlechter vertragen als Erwachsene.

  • Flugreisen: Säuglinge sollten erst ab einem Alter von sechs Wochen auf Flüge mitgenommen werden. Es besteht ein Risiko für Lungen- und Atemprobleme. Auch bei Mittelohrentzündung ist von Flugreisen abzuraten.