Nicht nur die Furcht vor Terroranschlägen oder Flugangst veranlassen immer mehr Leute, mit dem Zug zu reisen. Vor allem für Städtereisen in Europa ist die Bahn bequemer und meist auch billiger.

Interessant sind die europaweiten Rabatte. Besitzer von Halbtax- und Generalabonnements (GA) etwa erhalten mit dem zusätzlichen Erwerb der Railplus-Karte (bis 26 Jahre gratis, darüber 25 Franken) bei 26 europäischen Bahnen 25 Prozent Rabatt für internationale Tickets. Für Fahrten nach Deutschland und Österreich ist die Railplus-Karte nicht notwendig: Hier reichen das Halbtaxabo oder das GA.

Bei mehrtägigen bis mehrwöchigen Trips sind die Angebote von Eurodomino oder Interrail besonders attraktiv. Eurodomino bietet für drei- bis achttägige Reisen innerhalb eines Landes freie Fahrt in allen Zügen – Zuschläge werden keine erhoben. Ein Interrail-Ticket wiederum eignet sich vor allem für mehrwöchige Reisen. Man bezahlt pro Zone – zum Beispiel Benelux und Frankreich – und hat dann zwischen zwölf Tagen bis maximal einen Monat lang freie Fahrt.

Terrorgefahr kostet Zeit
Auch beim Umbuchen sind Bahnreisende gegenüber Fluggästen im Vorteil. So können in der Schweiz ausgegebene Tickets für Europareisen einmal gebührenfrei umgetauscht werden – am Startbahnhof bis zu einer Stunde nach Abfahrtszeit des Zugs, auf den übrigen Bahnhöfen bis zur Abfahrtszeit. Die SBB verlangen allerdings bei Sondertarif-Reisen in der Regel eine Gebühr, wenn die Fahrt mit bestimmten Bedingungen verbunden ist (Wochenendbindung oder fixe Reservation).

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Wer hingegen einen Flug der Swiss (Standard-Apex-Tarif inklusive Wochenende) kurzfristig umbuchen will, bezahlt auf jeden Fall 200 Franken. Bei Flügen zum Billigtarif ist ein Umbuchen meistens gar nicht möglich.

Punkto Reisezeit ist das Flugzeug zwar in fast allen Fällen schneller. Doch Flugreisen sind mit nervenaufreibenden Unbequemlichkeiten verbunden. Für das Check-in muss man bei Flügen innerhalb Europas spätestens 45 Minuten vor dem Start am Flughafen sein. Zudem hat man wegen der Terrorgefahr mit längeren Kontrollen zu rechnen.

Mit dem Zug ins Herz der Stadt
Hinzu kommt, dass die meisten Flughäfen ein Stück ausserhalb des Stadtzentrums liegen: Der Weg zum Abflugort ist mit zusätzlichem Zeitaufwand und Mehrkosten verbunden. Manchmal kann also auch ein kurzer Flug einen grossen Teil des Reisetags beanspruchen.

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Zugreisende haben hingegen den Vorteil, dass sie meist in den Stadtzentren ankommen. Und dank dem wachsenden Netz der europäischen Hochgeschwindigkeitszüge (Pendolino, TGV, ICE) wird die Reisezeit zwischen den grösseren Zentren immer kürzer. Bei der Wahl der Abfahrtszeit kann man von den verbreiteten Taktfahrplänen profitieren. Und wer nachts reist, hat sogar einen doppelten Vorteil: Man bringt den Weg schlafend hinter sich und verliert so keinen Ferientag.

Auch Umweltaspekte sprechen klar für die Bahn. «Die Unterschiede zwischen Bahn- und Flugreisen sind exorbitant», sagt Armin Braunwalder, Geschäftsführer der Schweizerischen Energie-Stiftung in Zürich. «Bei Reisen ins nahe Europa empfiehlt es sich unbedingt, den Zug zu nehmen.»