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TerroranschlägeFerienreisen umbuchen – geht das?

Die Ferien im Süden sind gebucht – doch kurz darauf kommt es an der Feriendestination zu terroristischen Akten. Kann man die geplante Reise absagen oder umbuchen?

Der Koffer steht bereit, die Vorfreude ist gross – doch dann gibt es einen Anschlag im Feriengebiet. Was jetzt?
von aktualisiert am 21. August 2017

Dem Alltag entfliehen und ein paar erholsame Tage im wärmeren Süden verbringen – das wünschen sich jährlich Tausende von Schweizerinnen und Schweizern. Doch kaum sind Flug und Hotel gebucht, tauchen Schreckensmeldungen von Terrorakten an der geplanten Feriendestination auf – wie zum Beispiel aus Barcelona, wo am 17. August bei einem Anschlag auf der beliebten Flaniermeile Ramblas sowie am Badeort Cambrils, südlich der katalonischen Hauptstadt, insgesamt 15 Personen getötet und über 130 Personen verletzt wurden. Nach solchen Nachrichten ist man schnell dazu verleitet, die Reise gleich abzusagen oder umzubuchen – aber geht das so einfach?

Der Vertrag ist entscheidend

Die Reisehinweise des EDA dienen Touristen wie Reisebüros zwar als wichtige Informationsquelle, aber sie berechtigen nicht zur kostenlosen Annullierung einer Reise. Entscheidend ist in solchen Fällen der konkrete Vertrag mit dem Reisebüro. Im Vertrag, den der Kunde mit seinem Reisebüro vor einer Reise abschliesst, wird meistens vereinbart, wie viel der Kunde zahlen muss, falls er die Reise annulliert. Bei einer Absage weniger als drei Tage vor Reisebeginn ist eine hundertprozentige Entschädigung üblich.

Die Vertragskosten fallen grundsätzlich auch dann an, wenn ein Reiseziel plötzlich riskant erscheint oder das EDA gar von Reisen in ein Land abrät. Viele Reiseveranstalter sind in solchen Fällen jedoch kulant - am besten wenden Sie sich direkt an Ihr Reisebüro. Bei Problemen oder Fragen erhalten Beobachter-Mitglieder auch Auskunft über

  • die Beobachter-Hotline Konsum: 043 444 54 03 (Mo-Fr, 9-13 Uhr) oder
  • per E-Mail.

Gut beraten ist, wer sich vorher informiert

Wer eine Reise absagt, muss zahlen. So lautet der Grundsatz. Besser haben es nur jene Reisenden, die eine Annullierungskostenversicherung abgeschlossen haben – sofern im konkreten Fall denn auch eine Deckung vorgesehen ist. Eine solche Versicherung ist gerade bei teuren Reisen sinnvoll.

Allerdings ist es ratsam, vor Versicherungsabschluss verschiedene Offerten einzuholen und die allgemeinen Versicherungsbedingungen zu vergleichen. Darin wird umschrieben, in welchen Fällen die Versicherung die Kosten für eine Annullierung übernimmt – oder eben nicht. Von «Zusammenrottung», «Gewalt» oder «Krieg» ist zum Beispiel die Rede. Manche Versicherungen verweisen auch ausdrücklich auf die Reiseempfehlungen des EDA und verpflichten sich, die Kosten für eine Reiseannullierung zu übernehmen, sobald das EDA eine Reisewarnung für diese Destination veröffentlicht.

Wer sich trotz allem dennoch für die Reise in ein betroffenes Gebiet entscheidet, hat gemäss Pauschalreisegesetz allenfalls Anspruch auf eine Preisreduktion. Nämlich dann, wenn etwa geplante Ausflüge wegen der Terrorgefahr nicht wie vereinbart durchgeführt werden können.

Weitere Informationen

Reisehinweise des Eidgenössischen Departements des Äusseren (EDA): www.eda.admin.ch

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Wer einen längeren Auslandaufenthalt plant oder öfters im Jahr verreist, wird sich unweigerlich mit der Frage beschäftigen, welche Reiseversicherungen er braucht. Guider informiert seine Mitglieder unter anderem darüber, ob sich eine Annullierungskostenversicherung lohnt und was durch den ETI-Schutzbrief gedeckt ist.