Verspätet sich ein Langstreckenflug, muss die Swiss keine Entschädigung mehr zahlen, befand kürzlich das Basler Zivilgericht. Ein Passagier war über neun Stunden zu spät in Brasilien gelandet und verlangte deshalb 600 Euro Entschädigung. Er stützte sich dabei auf eine EU-Verordnung, die auch für die Schweiz gilt. Das Gericht wies die Klage ab, weil die Verordnung nur Flüge von der Schweiz in EU-Staaten betreffe, nicht aber solche in andere Länder.

Bazl wirft Urteil über Bord

Dem widerspricht nun das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl). Als Aufsichtsbehörde ist es für die Durchsetzung der Passagierrechte in der Schweiz zuständig. Das Bazl teilt in einem Rundschreiben den in der Schweiz operierenden Airlines mit, dass die EU-Verordnung auch auf Überseeflüge anwendbar sei. Verstösse da­gegen würden wie bis anhin sanktioniert. Das bedeutet: Das Bazl kann fehlbare Flugunternehmen mit einer Busse bis zu 20'000 Franken bestrafen.

Wie die Swiss auf eine Busse des Bazl reagieren würde, ist offen: «Dies müsste im Einzelfall geprüft werden und kann nicht generell beantwortet werden», erklärt Swiss-Sprecherin Myriam Ziesack.

Melden Sie sich beim Bazl, wenn sich die Airline weigert, eine Entschädigung zu zahlen. Das Meldeformular finden Sie auf www.bazl.admin.ch