Auch bescheidenere Souvenirs als ein Elefantenstosszahn im Koffer können für bleibende Grenzerinnerungen sorgen. Wer seinen Onkel in Australien überraschen will und Äpfel vom Baum des Grossvaters mitbringt, riskiert am Zoll die grosse Enttäuschung. Die Einfuhr von frischem Obst nach Australien ist nämlich strikt verboten. Gleich geht es dem Schweizer, der seinen Freunden in den USA Kirschstängeli mitbringen möchte. Und die teuren kubanischen Zigarren gehen im Dunst der amerikanischen Zollvorschriften auf, wenn sie nicht von einem aus Kuba zurückkehrenden Amerikaner zum Eigengebrauch eingeführt werden. Harmlose Gastgeschenke können so grossen Ärger und folgenreiche Unannehmlichkeiten, ja sogar hohe Bussen verursachen.

Rosen aus Ägypten sind verboten
Trotz internationalen Bestrebungen, die Zollvorschriften zu harmonisieren, hat der Reisende Mühe, sich im Dickicht der Regeln zurechtzufinden. Jedes Land hat seine eigenen, häufig ändernden Ein- und Ausfuhrbestimmungen.

Gewisse Gegenstände dürfen zwar weltweit gar nicht oder nur mit Erlaubnis transportiert werden: Waffen inklusive Messer, Narkotika, pornografische Erzeugnisse, geschützte Tier- und Pflanzenarten, geschützte Kulturgüter oder Medikamente in grösseren Mengen. Das leuchtet ohne weiteres ein.

Aber wer ahnt, dass die Dominikanische Republik die Einfuhr sämtlicher Lebensmittel verbietet? Wer hätte gedacht, dass es verboten ist, eine Rosenpflanze aus Ägypten in die Schweiz einzuführen? Wer würde davor zurückschrecken, chinesische Schriftstücke nach Indonesien zu bringen? Wer überlegt sich viel dabei, wenn er am Strand ein angeschwemmtes Stück Koralle mitnimmt?

«Es kommt immer wieder vor, dass wir Reisemitbringsel am Zoll beschlagnahmen müssen», sagt Fredy Bucher, Leiter des Zollinspektorats am Zürcher Flughafen. «Oft handelt es sich um Verstösse gegen das Artenschutzabkommen, so etwa bei Gegenständen aus Koralle, Elfenbein, Schlangen- und Krokoleder.» Auch viele Orchideenarten seien geschützt. Das internationale Abkommen betrifft rund 25'000 Pflanzen- und 3500 Tierarten.

Die Gründe für Verbote sind mannigfaltig. Es geht um Seuchenprävention, Schutz der Landwirtschaft, Natur- und Tierschutz, Kulturgüterschutz, Schutz der religiösen Empfindungen oder der lokalen Wirtschaft.

Fälschungen können teuer werden
Auch Marken und Design sind als so genanntes geistiges Eigentum rechtlich geschützt. Wer in Thailand eine spottbillige, gefälschte Cartier-Uhr kauft, verletzt Urheberrechte und muss auf Sanktionen gefasst sein.

Fälschungen sind auch aus anderen Gründen problematisch. Die Nachbildung einer antiken Maya-Statue bringt ihren Besitzer womöglich in Schwierigkeiten, wenn die nötigen Aus- und Einfuhrpapiere nicht vorhanden sind. Fehlt der Gegenbeweis, so wertet der Zollbeamte die Statue als echt.

Grundsätzlich also aufgepasst bei Lebensmitteln, Pflanzen und Tieren, Schmuck und Edelsteinen und bei Nachbildungen aller Art.

Wer teuren Ärger vermeiden will, informiert sich vor Reiseantritt über die Grenzen des Erlaubten. Nebst den Zollbehörden geben die Botschaften der betreffenden Länder Auskunft. Denn auch der Kauf des Mitbringsels im offiziellen Laden ist keine Garantie für unbeschwerten Grenzübertritt. Nichtwissen schützt nicht vor Strafe. Und eine Busse vor oder nach der Ferienreise ist das denkbar schlechteste Souvenir.