Der 22-Zoll-Monitor von Alessandro Medici aus Laufenburg AG zeigte nur noch einen horizontalen Strich. Auf Fr. 484.20 belief sich der Kostenvoranschlag der Media-Markt-Filiale Pratteln BL, wo der 36-jährige Elektroingenieur das Gerät vor gut drei Jahren gekauft hatte. Freude kam auf, als er Wochen später die Abholungseinladung erhielt: Die Rede war von Fr. 118.40. Als er den Monitor abholen wollte, beharrte Media-Markt jedoch auf Zahlung des ursprünglich genannten Betrags – es sei ein Fehler passiert.

Medici wehrte sich dagegen, doch Christian Siegmann, Geschäftsführer des Prattler Media-Markts – Werbeslogan: «Ich bin doch nicht blöd» –, liess nicht mit sich reden. Es sei ihm «schlicht und einfach zu blöd» zu klären, ob der Kunde rechtlich eine Chance hätte. Später schrieb Siegmann: «Ich war mir bis jetzt nicht bewusst, dass wir uns in der Türkei befinden.»

«Stinkbomben, Betrug und Diebstahl»
Siegmann erklärt auf Nachfrage: «Da wir Reparaturrechnungen von Herstellerfirmen speziell bei grossen Beträgen eins zu eins dem Kunden weiterverrechnen, ohne unsere entstandenen Kosten draufzuschlagen, kann verständlicherweise über den Reparaturpreis nicht gehandelt werden. In der Türkei ist Handeln normal und üblich.»

Kunde Medici bezahlte schliesslich Fr. 301.30 – einen Betrag, den sein Anwalt als Vergleichsvorschlag genannt hatte. Da folgte der Hammer: Geschäftsführer Siegmann erteilte Medici ein Hausverbot, «gültig für alle Media-Märkte der Schweiz».

Hausverbote, so Siegmann, spreche Media-Markt gegen Personen aus, «die unsere Firma bewusst schädigen, wie zum Beispiel durch mutwillige Zerstörung von Mobiliar oder Geräten wie mutwilliges Eindrücken sämtlicher Membranen bei den Lautsprechern, das Einpflanzen von Viren auf unseren Computer-Ausstellungsgeräten, das Abreissen von allen Schubladen bei CD-Spielern, Ingangsetzung von Stinkbomben, Betrug und Diebstahl».

Peinlich, dass der Media-Markt-Geschäftsführer eine Preisdebatte, die auf einen eigenen Fehler zurückging, auf das gleiche Niveau wie Vandalismus, Betrug oder Diebstahl hebt – und dies bei einem langjährigen guten Kunden: Alessandro Medici hatte in diesem Geschäft bisher gegen 20000 Franken ausgegeben.

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