Als ehemalige IKRK-Delegierte weiss Barbara Dietrich, dass das Telefonieren via Satellitennetz sehr teuer ist. Deshalb erkundigte sie sich bei verschiedenen Telekomanbietern nach dem billigsten Tarif für eine Verbindung auf ein Satellitentelefon in Liberia. Den günstigsten Tarif nannte ihr schliesslich ein Orange-Mitarbeiter im Zürcher Flughafen: Zwei Franken in der Minute koste der Anruf nach Liberia via Orange-Mobilnetz.

Also telefonierte die 35-Jährige zu Hause neben ihrem Festanschluss mit ihrem Handy. Sie plauderte munter über 50 Minuten lang mit der ehemaligen Arbeitskollegin in Zwedru.

Der Schreck kam mit der nächsten Telefonrechnung: Statt rund 100 kostete das Gespräch über 600 Franken. Orange verrechnete nicht wie mündlich versichert zwei Franken, sondern 14 Franken in der Minute.

Das wollte Barbara Dietrich nicht auf sich sitzen lassen. Nachdem sie sich beim Beobachter-Beratungszentrum erkundigt hatte, beschwerte sie sich per Einschreiben beim Orange-Kundenzentrum über die «falsche Auskunft».

Sie hatte Glück: Weil die Liberia-Anfrage so «exotisch» war, erinnerte sich der Orange-Mitarbeiter in Kloten an die Kundin. Sie musste die Fr. 674.65 nicht bezahlen, auch wenn im Nachhinein nicht mehr nachvollzogen werden konnte, wie das Missverständnis zustande kam. Denn Anrufe via Satellitennetz kosten tatsächlich 14 Franken pro Minute. «Im Zweifel für die Kundin», dachte sich wohl Orange und entschied, sich «in diesem Einzelfall» sehr kulant zu zeigen.