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SBBKunden zahlen für Technik-Probleme

Wegen Software-Problemen kann man viele Tickets nur am Schalter kaufen – und zahlt dafür happige Gebühren.

Billette ins Ausland gibts nicht am Automaten – darum zahlen Kunden drauf.
von aktualisiert am 07. Juni 2018

Mit den SBB ins Ausland zu reisen ist heute eine Herausforderung. Wer das Ticket mit der App kaufen will, scheitert schnell: «Kauf nicht möglich». Der Versuch am Automaten ist im Normalfall auch erfolglos. Dort gibts nur wenige grenznahe Angebote wie etwa das «Bodensee-Ticket». Ein bisschen besser funktioniert das System auf der SBB-Homepage, allerdings ebenfalls nicht einwandfrei. So erscheint auch hier bei vielen Verbindungen nach Frankreich, in weiter entfernte Länder sowie bei kurzfristigen Buchungen der Hinweis «Online nicht verfügbar».

Als letzte Option bleibt der Bahnschalter. Da sind zwar alle Destinationen buchbar, dafür muss der Kunde zehn Franken für die Bearbeitung zahlen. Wenn die Beratung sehr aufwendig ist, fallen bis zu 40 Franken an – pro Billett. Wer für zwei Personen bucht, zahlt die Gebühr doppelt SBB Es geht auch massiv billiger . Noch teurer wird das Ticket, wenn man es mit der Onlineofferte oder über die Hotline zu sich nach Hause bestellt. Fünf Franken kommen dann noch obendrauf. Und die Wartezeit beträgt drei Tage.

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Im Ausland klappts besser

Technische Schwierigkeiten mit Auslandbilletten haben auch die Bahnen in Frankreich, Deutschland und Österreich. Ihre Onlinesysteme funktionieren aber besser. Tickets ins Ausland sind an den Automaten und per App verfügbar. Und wenn der Kunde eine Strecke nicht online kaufen kann, zahlt er keine oder viel geringere Auftragspauschalen.

Trotzdem wollen die SBB Kommentar «Für wie blöd halten uns die SBB?» die Gebühren nicht abschaffen, sagt Sprecher Stephan Wehrle. Es gehöre zur transparenten Preispolitik, dass Beratungen extra verrechnet und nicht im Ticket inbegriffen seien. An den technischen Hürden arbeite man. Das Projekt heisst Aruba. Aber: «Das System ist komplex und für nationale Reisen optimiert.» Bis 2020 soll man Auslandtickets per App und online – wenigstens für die Nachbarstaaten – kaufen können.

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Nathaly Tschanz, Leiterin Digitale Inhalte

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1 Kommentar

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weisskopf.urs
Als ich letztes Jahr nach Venedig mit der SBB wollte, zeigte sich die Person hinter dem Schalter überfordert. Er teilte mir mit, dass ich die Nummer 900 der SBB anrufen soll und dort sagen, dass eben der Schalter den Auftrag nicht abwickeln kann. Dann bezahle ich keine Gebühren. Aus mir unerfindlichen Gründen konnte auch die Online-Person mir kein Ticket buchen. Aber bezahlen müsste ich dieses Telefongespräch schon, meinte die Person. Mmh, wieso eigentlich? Der Schalter konnte mir kein Ticket verkaufen, die Online ebenfalls nicht. Ich buchte bei der italienischen Eisenbahn via Online-Buchungen.