Die tapferen Gemeindeväter von Ried bei Kerzers im Kanton Freiburg haben Sie nämlich zum Ehrenbürger ernannt. Und das alles dank Ihrem Ururururururururgrossvater, dem Gutknecht Hans, der im 18. Jahrhundert aus dem Seeland in die grosse weite Welt auszog und bei Ihnen in Amerika landete. Und weil irgendeiner Ihrer Vorfahren aus dem Rieder Gutknecht ein amerikanisches Goodknight machte und diesen Namen an Ihre Mutter weitergab, sind Sie jetzt Ehrenbürger von Ried bei Kerzers. Congratulations, Mister President!

Just in case, dass Sie Ihr Glück nicht richtig einschätzen können, Mister President: Lassen Sie sich gesagt sein, dass Sie ein ziemlicher Einzelfall sind. Ganze 0,97 Prozent Schweizer Blut fliesst in Ihren Adern. Das reicht zwar kaum, um Ihren grossen linken Zeh zu versorgen, aber zum «Honorary Citizen» haben Sie es damit ganz ohne eigenes Zutun gebracht. Dabei sprechen Sie kein Wort Früburgerdütsch! Mal ganz ehrlich: Bis Sie vor drei Jahren oder so erklärten, Sie wollten President of the United States of America werden, hätten Sie keine Chance auf das Schweizer Bürgerrecht gehabt, und auf das Ehrenbürgerrecht schon gar nicht. Schliesslich klang damals für uns «Obama» etwa gleich wie «Obramovic», und bei denen tun wir uns bekanntlich mit dem Einbürgern sogar dann noch schwer, wenn sie den Schweizer Psalm im Handstand singen und alle Bundespräsidenten vom Minger Rüedu an rückwärts aufzählen können.

Mich dünkt, dass es schampar schnell ging mit dieser Ehreneinbürgerung, Mister President, und ich finde, Sie sollten sich erst mal echli integrieren in der Gemeinde.

Der erste Schritt wäre wohl, dass Sie Ihren zweiten Vornamen Hussein streichen (die Rieder haben das übrigens auf Ihrer Ehrenbürgerurkunde schon getan, wenn auch ganz sicher nur aus Platzgründen). An das Barack und das Obama haben wir uns mittlerweile ja ganz gut gewöhnt, aber Hussein tönt halt schon echli frömd.

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Schützenverein, Männerchor, Kegelabend

Gern gesehen wäre auch, wenn Sie sich aktiv am Dorfleben beteiligten. Die Schützengesellschaft hätte sicher nichts gegen Sie als Mitglied. Und Ihre Bodyguards dürften auch gleich mitkommen. Hei, wäre das ein Gaudi, so ein Wettschiessen Sturmgewehr 90 gegen Uzi-Maschinenpistolen! Auch könnten Sie locker die nächste Kabinettssitzung in der «Schützenstube» in Ried abhalten, Mister President. Gross genug ist sie, und mieten kann man sie auch.

Ganz wichtig für Ihre zügige Integration wäre auch ein Mitsingen im Männerchor. Etwas frisches Blut würde dem sicher guttun. Wie viel Prozent von diesem Blut einheimisch sind oder nicht, spielte wohl in Ihrem Fall nicht so eine grosse Rolle.

Natürlich könnten Sie auch probieren, über den Sportclub Ried im Dorf Fuss zu fassen. Dort könnten Sie ja den Nachkommen von Jack Günthard statt dem ewigen Volleyball und Unihockey mal ein wenig Basketball beibringen. Zudem sollten Sie nicht vergessen, beim jährlichen Kegelabend mitzumachen (21. Oktober, Restaurant Löwen in Kerzers, gleich notieren lassen, Mister President!).

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Item, Mister President. Wenn Sie all diese Ratschläge befolgen (und selbstverständlich statt an der Pennsylvania Avenue an der Bäumliacherstrasse Wohnsitz nehmen), können wir in zehn Jahren oder so mal an einer Gemeindeversammlung in der Riederhalle über eine ordentliche Einbürgerung diskutieren. Anschliessend an die Versammlung sind übrigens alle zu einem einfachen Essen eingeladen. Auch Sie, Mister President. 99,03 Prozent frömdes Blut hin oder her.