Was macht denn eine Firma, der es schlecht geht? Sie stösst die nicht rentablen Geschäftsteile ab. Und genau das muss die Schweiz auch endlich tun. Ich spreche natürlich vom Tessin. Und vom Wallis.

Ich frage: Wo in diesem Land wird das Geld verdient, wo findet die Wertschöpfung statt? Im Mittelland. Jede Karte der Wirtschaftsregionen zeigt das. Und sie zeigt auch, wer da nicht mithalten kann: das Tessin. Und das Wallis.

Nehmen wir das Tessin. Der Beiname «Sonnenstube der Schweiz» sagt ja schon alles. Da herrscht Siestamentalität, mediterranes Larifari, Dolcefarniente. In Zukunft können wir uns solche Sonnenstubenhocker einfach nicht mehr leisten.

Und das Wallis? «Wir sind strukturschwach!» Das ist ja genau das Problem. – «Wir brauchen Subventionen!» Das ist jetzt eben nicht wirtschaftlich gedacht, liebe Walliser. Ihr mögt ja gmögige Gesellen sein. Aber gmögige Gesellen können wir uns in Zukunft einfach nicht mehr leisten.

Jahrhundertelang haben wir versucht, euch und den Tessinern so etwas wie Arbeitsmoral beizubringen. Aber ihr zeigt euch begriffsstutzig. Wie auch bei der Sprache. Ihr könnt ja nicht mal richtig Deutsch. Aber halt, sagen Sie, im Oberwallis wird Deutsch gesprochen? Da frage ich: Ist das wirklich Deutsch? (Eine Frage, die notabene auch im Falle Graubündens gestellt sein darf. Und wie stehts denn übrigens mit eurer Wirtschaftlichkeit, ihr Bündner da oben?)

Kurz: Sämtliche wirtschaftlichen, kulturellen und sprachlichen Integrationsversuche gegenüber dem Tessin und dem Wallis müssen leider als gescheitert betrachtet werden. Und dass die sich dann immer auf die Berge berufen, die halt eine natürliche Barriere zwischen den Landesteilen bilden würden, ist ja wohl auch nur eine billige Ausrede. Ausser Spesen ist da für das Mittelland nichts gewesen. Es sei denn, man zählt Nella Martinetti. Und bemalte Boccalinos. Oder Art Furrer. Und sauren Weisswein.

Dem Mittelland gehört die Zukunft. Und wer da mitmachen will, muss seine Leistung bringen. Wir sind schliesslich eine Willensnation. Und das Tessin und das Wallis scheinen einfach nicht willens genug.

Deshalb: Addio, Ticino. Adieu, le Valais. Es war schön, aber es ist nun Zeit für euch zu gehn.

Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit «Wir wollen sein ein einzig Volk von Brüdern / In keiner Not uns trennen und Gefahr». Das sind doch Sentimentalitäten. Und Sentimentalitäten können wir uns in Zukunft einfach nicht mehr leisten.