Mit den Füssen in der Bindung des Wakeboards und den Griff fest in der Hand, stehe ich leicht verkrampft auf der Startrampe des Wasserskilifts in Estavayer-le-Lac. Dann macht es «klonk!», mein Seil rastet ein und wird vom Kabel des Lifts mitgenommen. Anders gesagt: Im Nullkommanichts brettere ich mit rund 30 Stundenkilometern übers Wasser des Neuenburgersees. Vorlage, Rücklage, das Seil ruckt und zuckt, mein Körper auch, es ist ausweglos – trotzdem weigere ich mich, den Griff loszulassen, kurz hängt mein Seil durch, dann spannt es sich, ich mache einen Abflug und bohre mich kopfvoran ins Wasser.

Wasserskilift Estavayer-le-Lac:

Mai bis September: jedes Wochenende von 13 bis 19 Uhr;
16. August bis 23. September ausserdem wochentags von 18 bis 19 Uhr;
3. Juli bis 21. August täglich von 13 bis 20 Uhr

www.alphasurf.ch

Quelle: Fabian Unternährer

Ein Ränzler zur Freude des Publikums

Dass der Wasserskilift 1964 am Ufer in Estavayer-le-Lac zu stehen kam, hat weder mit dem pittoresken Ort noch mit der schönen Aussicht in die Hügel des Jura zu tun und auch nicht mit dem Unesco-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten am Neuenburgersee. Der Grund ist, dass hier bis weit in den See hinein das Wasser nur brusttief ist. Das erleichterte den Bau der Anlage. Und mir, nach meinem Sturz, das Warten auf das Motorboot der Liftbetreiber, das mich zurück zur Startrampe bringt.

Mit einem süffisanten Lächeln erwartet mich dort Philippe Butty. Der 56-Jährige ist Mitinhaber des Wasserskilifts und selber begeisterter Wakeboarder. «Du darfst die Arme nicht anwinkeln, die müssen immer gestreckt sein», erklärt er mir, während gerade ein anderer Anfänger fünf Meter von der Startrampe entfernt einen Ränzler hinlegt – zur Belustigung der Zuschauer auf dem Steg. «Ja, über solche Einlagen freut sich das Publikum», sagt Philippe.

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Der Sport habe sich in den letzten 30 Jahren extrem entwickelt, sei viel technischer geworden, sagt er. «Wenn die Cracks ihre Sprünge zeigen, kann man kaum mehr erkennen, was sie da genau machen. Sehr beeindruckend!» Blutigen Anfängern rät er, mindestens eine halbe Stunde Zeit am Lift einzuplanen – für den Fall, dass es mehrere Starts braucht, um zu einem Erfolgserlebnis zu kommen. Das kann ich nur bestätigen. Erst nach etlichen Fehlversuchen habe ich es raus: Mein Board steht nicht mehr quer zur Fahrtrichtung und brettert deshalb auch nicht mehr so unangenehm über die kleinen Wellen – jetzt ist es eher ein Gleiten. Das ist nicht nur viel weniger anstrengend, sondern sieht auch viel eleganter aus.

Berner Altstadt: Schwimmend das Weltkulturerbe umrunden


In Bern lebt eine einzigartige Badetradition: Während oberhalb der Aare das bunte Hauptstadttreiben stattfindet, erfrischen sich im Sommer Hunderte von Menschen im Fluss. Sie spazieren von ihrem Badeplatz aus das Ufer entlang flussaufwärts und geniessen den Blick zur Altstadt, einem Weltkulturerbe, um dann ins kühle Nass zu springen und sich, mit Blick aufs Bundeshaus, von der Strömung treiben zu lassen. Bis sie, zurück am Badeplatz, wieder aus dem Wasser steigen.

Beliebte Strecken 

  • Strandbad Eichholz bis Freibad Marzili
  • Schwellenmätteli bis Freibad Lorraine
     

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Quelle: Fabian Unternährer

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Quelle: Beobachter Edition
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