«Verpassen Sie nicht den Anschluss.» Mit diesem Slogan will die Cablecom ihren Kunden das «Service Plus»-Abonnement schmackhaft machen: So seien Wartung und Modernisierung des Netzanschlusses garantiert. Doch ausgerechnet mit diesem Zusatzservice hat die Kabelnetzbetreiberin den Draht zu einigen Kunden verloren: Seit Januar stellt sie nämlich «Service Plus» mit 24 Franken automatisch in Rechnung, nachdem eine Gebührenerhöhung fürs Kabelabo am Veto des Preisüberwachers scheiterte. Wer gegen den unverlangten Service protestierte, erhielt eine neue Rechnung. Nicht so Rainer Burgener aus Gossau. Er hatte den Betrag für «Service Plus» eigenhändig von der Rechnung abgezogen – prompt erhielt er Mahnungen und eine Betreibungsandrohung.

Die Cablecom rechtfertigt das Vorgehen mit Problemen im Verarbeitungssystem: Wegen der «manuellen Abzüge» seien rund 30 Kunden «nicht erfasst und als Folge davon gemahnt und betrieben» worden, so Cablecom-Sprecher Stephan Howeg.

Nach der Intervention des Beobachters wurde die Betreibungsdrohung gegen Burgener zurückgezogen. Für ihn bleibt dennoch ein schaler Nachgeschmack: Burgener hat Mühe mit einer Geschäftsphilosophie, «bei der ich zusätzlich schriftlich mitteilen muss, dass ich den unbestellten Service nicht will».