Damit hatte Lebensmittelinspektor Peter Schlienger nicht gerechnet: Als er zwei Erotikshops in Pratteln kontrollierte, stiess er unter anderem auf Pillen gegen Potenzstörungen, Salben zur Brustvergrösserung oder Stierhodenextrakte. Alles zu stolzen Preisen, aber ungenügend deklariert. Rund 30 Produkte nahm der Angestellte des Kantonalen Labors Baselland zur Prüfung gleich mit: «Sind es Heilmittel mit einer Wirkung, fehlt die Verkaufsbewilligung. Sind es gewöhnliche Nahrungsmittel, sind die Heilversprechungen auf den Verpackungen illegal.»

Die Erotikaverkäufer geben den schwarzen Peter weiter: «Wir sind nur Händler», sagt Jan Brönnimann von Beate Uhse. «Von den Importeuren verlangen wir vertraglich, dass die Mittel für die Schweiz bewilligt und korrekt deklariert sind.» Auch Ueli Schöpfer vom Erotik-Markt bleibt gelassen: «Im schlimmsten Fall nehmen wir ein Produkt aus dem Programm.»

Nun werden die Behörden aktiv. Im Kanton Zürich prüft die Heilmittelkontrolle das Angebot in Sexshops. Und das Heilmittelinstitut Swissmedic hat die Sache aufgegriffen.

Höchste Zeit, findet Schlienger: «Dieser Verkaufskanal wurde bisher kaum überprüft.» Er kündigt in Pratteln Verzeigungen an, wenn er die Produkte erneut vorfindet.

Anzeige