Die Geschwister Sandra und Manuela Wermuth haben ein gemeinsames Hobby: Sie lieben flotte Autos. Um einmal richtig Gas geben zu können, leasten die beiden Coiffeusen aus der Region Bern vor drei Jahren zwei Smart Roadster. Neupreis: 32'995 Franken pro Cabrio.

Doch der erhoffte Fahrspass fiel buchstäblich ins Wasser. Kaum regnete es, tropfte es bei Sandra Wermuth auf der Beifahrerseite ins Auto. «Das Stoffdach schien undicht zu sein», sagt sie. Im Winter beschlugen die Front- und Seitenscheiben und froren sogar zu. Wermuth: «Im Innern hingen kleine Eiszapfen von der Decke herunter.»

Verärgert brachte sie den Turboflitzer ins Smart-Center Schönbühl zur Reparatur. Doch weiterhin drang Wasser ein. Auch der Wagen von Schwester Manuela verwandelte sich im Innern alsbald in eine Waschküche: «Der Fahrergurt und der linke Lautsprecher waren ständig nass, wenn es regnete.»

Je sechsmal oder zusammengezählt für über drei Monate brachten die Schwestern ihre Autos in die Garage - doch die Feuchte blieb. Als es auch in den Ersatzwagen reintropfte, platzte den beiden Anfang Jahr der Kragen: Sie verlangten im Smart-Center einen Kaufpreiserlass von je 3000 Franken.

Dabei seien sie «etwas laut» geworden, weil die Garagisten sie nicht ernst genommen hätten, räumen die Schwestern ein. «Die beiden Damen haben Mitarbeiter verbal bedroht», heisst es bei Smart. Dort ist die Mannschaft seither verschnupft. Das Feuchte-Problem sei bekannt und von den Händlern «kaum in den Griff zu kriegen», schrieb die «Automobil-Revue» vor einem halben Jahr über die Smart Roadster. Im Fall der Geschwister Wermuth bestätigt dies Smart-Importeur Daimler-Chrysler in einer Expertise: «Bei beiden Fahrzeugen ist der Innenraum feucht.»

Trotzdem ist für Smart der Fall abgeschlossen. «Es handelt sich bei der Feuchte um eine vertretbare Eigenheit, die Cabrios mit Stoffverdeck aufweisen», sagt Christoph Künzi, Geschäftsführer des Smart-Centers Schönbühl. Den Geschwistern Wermuth bleibt nur ein Trost: Der Sommer kommt.

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