Neun Mal in den letzten sieben Jahren musste der Beobachter Druckerschwärze für das Hilfswerk von Sergej Gerasjuta aufwenden. Die Vorwürfe waren vielfältig: aufdringliche Werbung, irreführende Angaben, mangelnde Transparenz, undurchsichtige Buchhaltung, unerlaubte Verwendung des Logos des Roten Kreuzes. In der aktuellen Kampagne von SOS Gerasjuta drückt er auf die Tränendrüse: Zehntausenden handgeschriebenen Bettelbriefen ist jeweils ein Foto eines Verbrennungsopfers beigefügt. Die abgebildeten schwersten Verletzungen schockieren. Zwar beschwichtigt der Ukrainer im Faltblatt: «Unsere Bittbriefe sollen keine starken Emotionen auslösen.» Doch genau das hat er bei vielen Beobachter-Lesern erreicht, die sich über den aggressiven Bettelstil beschweren. Kein Wunder, dass auch die Zewo-Stiftung - sie verleiht Gütesiegel an Hilfswerke - «zu grösster Vorsicht mahnt». Bei SOS Gerasjuta handle es sich um eine Firma ohne hinreichende interne und externe Kontrolle: Die Jahresrechnung sei zu wenig aussagekräftig und die Verwendung der Gelder nicht nachvollziehbar.

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