Pistolen, Bogen und Armbrüste mit Saugnapf-Pfeilen sind beliebte Spielzeuge. Normalerweise zielen Kinder damit auf Plastikscheiben, wo die Saugnäpfe haften bleiben. Kinder beschiessen sich im Spiel aber auch mal gegenseitig. Weil es dabei zu gefährlichen Verletzungen kommen kann, liess das Bundesamt für Gesundheit (BAG) 55 Saugnapf-Waffen verschiedener Hersteller vom Kantonslabor Baselland sowie von Labors des Schweizer Militärs untersuchen.

Die Resultate sind erschreckend: Die Hälfte der Waffen verstiess gegen geltende Schweizer und europäische Sicherheitsnormen. Sie mussten sofort aus den Ladenregalen entfernt werden. 11 der 55 Spielzeugwaffen fielen bei den Beschusstests durch: Sie prallten mit zu viel Wucht auf - manche der Geschosse erreichten Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometern pro Stunde. Bei 16 Waffen war der Saugnapf ungenügend fixiert. «Ohne diesen wird das Projektil spitz und gefährlich», erklärt Kurt Lüthi vom BAG. Steckschüsse sind zwar nicht möglich, doch Kinder können sich damit leicht ein Auge ausschiessen.

Lüthi bemängelt: «Die Spielzeughersteller nehmen ihre Sorgfaltspflicht zu wenig wahr.» Die Resultate seien tatsächlich nicht gut, räumt Ruedi Zurflüh vom Schweizer Spielwarenverband ein. «Wir werden die Importeure an der nächsten Vorstandssitzung ermahnen, nur noch seriöse Ware einzukaufen.» Das BAG will die Namen der gefährlichen Produkte nicht bekannt geben. Eltern, die auf Nummer sicher gehen wollen, verzichten deshalb lieber ganz auf solche Waffen.

Quelle: Matthias Willi