Vor mehr als zehn Jahren eröffnete Martin Bühler aus Olten ein E-Mail-Konto beim Internetprovider Spectraweb. Seither bezahlte er dafür jedes Jahr 144 Franken – auch als Spectraweb von Sunrise übernommen wurde – und obwohl mittlerweile Mailkonten fast überall gratis erhältlich sind. Dafür konnte Bühler seine angestammte Adresse behalten.

Im letzten Herbst entschloss sich Bühler, das teure Angebot zu kündigen, rechtzeitig vor Ablauf der Aboperiode. Telefonisch versicherte ihm der Sunrise-Kundendienst, dies sei kein Problem: «Bezahlen Sie einfach die nächste Rechnung nicht», wurde ihm geraten. Genau dies tat Bühler auch – und erhielt dann trotz gegenteiliger Versicherung Mahnungen und Betreibungsandrohungen. Sogar eine «Abschaltgebühr» im Betrag von 40 Franken stellte ihm Sunrise plötzlich in Rechnung.

Als Martin Bühler schriftlich intervenierte, bestätigte Sunrise zwar zuerst die Stornierung der Rechnung. Sechs Tage später lag dennoch ein Schreiben eines Inkassobüros in seinem Briefkasten: Gefordert wurden nun nebst der Abogebühr für ein weiteres Jahr und den Abschaltkosten noch Mahnspesen sowie Verzugszinsen.

Erst als der Beobachter nachfragte, auf welche Rechtsgrundlage sich eigentlich die Abschaltgebühr stütze, lenkte Sunrise definitiv ein. Mit gutem Grund, denn in den allgemeinen Geschäftsbedingungen findet sich kein Hinweis auf eine solche Gebühr. «Die Einwände erwiesen sich als vollumfänglich berechtigt», gab Sunrise schliesslich zerknirscht zu.

Quelle: Daniel Desborough