Den Unterschied zwischen Kino und Fernsehen macht der Ton. Während man im herkömmlichen Pantoffelkino zu Hause von zwei Lautsprechern aus Richtung des Bildschirms beschallt wird und so ein aussen stehender Zuschauer und Zuhörer bleibt, fühlt man sich im Kino mittendrin im Geschehen: Von allen Seiten sprichts, klingts, krachts, und jedes grosse Rumsen erschüttert die Magengegend. Surround Sound – oder auf Deutsch: Raum- oder Rundumklang – macht dieses unvergleichliche Kinogefühl möglich.

Mit dem Siegeszug der digitalen Technik in der Unterhaltungselektronik und der speichergewaltigen DVD, auf der mehr als ein Film und zwei Stereotonspuren Platz finden, muss man heute auch zu Hause nicht mehr auf dieses Erlebnis verzichten. Praktisch alle aktuellen DVD/CD-Abspielgeräte – auch die billigsten für 100 Franken – bieten Rundumklang und erlauben es, mit einem Surround-Sound-Lautsprecherset aus fünf bis sieben Satellitenboxen und einem so genannten Subwoofer für den Grundton (ab zirka 250 Franken) die gute Stube zum Kino- oder Konzertsaal zu machen.

Erkennbar sind Raumklanggeräte und DVD an den Bezeichnungen Dolby Digital (AC3) und/oder DTS. Ersteres bezeichnet die derzeit geläufigste Technologie für Surround Sound mit fünf Satelliten und einem Subwoofer (5.1-Sound). Bei DTS handelt es sich um den kleineren Konkurrenten. Doch mittlerweile braucht man sich um diesen Unterschied nicht mehr zu kümmern, weil die meisten Geräte und DVD-Filme beide Formate unterstützen.

Anlagen für alle Ansprüche


Tragen Geräte oder DVD die Bezeichnung Dolby Digital-EX und/oder DTS-ES, werden sogar sechs oder sieben Satelliten plus Subwoofer (6.1- und 7.1-Sound) unterstützt: Die zusätzlichen Boxen, die hinter dem Zuhörer platziert werden, verleihen dem Raumklang fast Kinoqualität. Allerdings wird 6.1- und 7.1-Sound noch von wenigen DVD-Filmen unterstützt. Zudem ist es in vielen Pantoffelkinos aus Platzgründen schwierig, sieben Lautsprecher optimal im Raum zu gruppieren. Ist man kein perfektionistischer Filmenthusiast mit separatem Heimkinoraum, kann man auf die Bezahlung des Aufpreises verzichten.

Eine Surround-Sound-Anlage für alle Einsatzzwecke gibt es nicht. Die Wahl des richtigen Systems hängt vom Raum, den Höransprüchen und -gewohnheiten des Besitzers und schliesslich vom Budget ab. Für kleine Räume und Ansprüche tuts eine kleine Anlage aus DVD-Player mit Dolby-Digital/DTS-Technik und den dafür notwendigen Anschlüssen auf der Geräterückseite sowie einem Surround-Sound-Lautsprechersystem mit integriertem Verstärker (Aktivboxen). Im Aktionsset ist das schon für 200 bis 300 Franken zu haben (zum Beispiel das Qonix-Heimkinoset DVK 9000 von Conforama).

Für mehr Kinoerlebnis in grossen Räumen sorgt ein zwischen DVD-Spieler und Boxen geschalteter Surround-Sound-Receiver (ab etwa 300 Franken) – ein Raumklang-Audioverstärker mit eingebautem Radioempfänger. Dieser bringt nicht nur mehr Lautstärke und bessere Tonqualität, sondern ermöglicht den Anschluss weiterer Tonquellen (MD-Player, PC) – der Receiver wird damit zum Dreh- und Angelpunkt des heimischen Unterhaltungsangebots. Zudem kann man passive Lautsprecher (ohne Verstärker) einsetzen, die etwas günstiger sind.

Allerdings sollte man bedenken, dass Mehrausgaben meist auch mehr Qualität und Kino-Feeling bringen. Insbesondere beim Boxensystem sollte nicht geknausert werden. Dabei gilt: Je grösser und vor allem je schwerer die Boxen, desto besser ist in der Regel der Klang. Zudem kauft man sich mit mehr Geld mehr Funktionalität und Bedienungskomfort. Besonders praktisch ist die automatische Justierung des Raumklangs. Technikmuffel und Ungeduldige sollten sich den Aufpreis für solche Einstellhilfen unbedingt leisten.

Preisspanne und Auswahl sind riesig


Eine komplette Surround-Sound-Anlage für kleine Räume kostet – grob geschätzt – zirka 500 bis 1000 Franken (etwa JVC TH-A25, Sony DAV-S550). Komplettanlagen mit einem Receiver für normale Räume und Ansprüche gibt es ab 1000 Franken (zum Beispiel Philips MX5700D, Panasonic SC-DT310). Klangfetischisten und ambitionierte Heimkino-Manager dagegen können locker 10000 Franken und mehr ausgeben (beispielsweise für Bose Lifestyle 28, Bang & Olufsen).

Das Angebot an Surround-Sound-Systemen ist riesig. Nehmen Sie sich Zeit für die Auswahl und kaufen Sie keine Anlage, die Sie nicht selber getestet haben – denn jeder Mensch hört Musik anders. Beschreiben Sie dem Fachpersonal, am besten anhand einer Skizze, die räumliche Situation in Ihrem künftigen Heimkino sowie Ihre Ansprüche und lassen Sie sich die in Frage kommenden Anlagen vorführen und erklären. Bestehen Sie darauf, die Boxen im Raum zu verteilen (siehe Nebenartikel «Lautsprecher: So hüllt man sich zu Hause in professionellen Klangnebel»); sind Satelliten und Subwoofer im Regal gestapelt, kann sich kein Raumklang entwickeln.

Der Test in der guten Stube


Lassen Sie den Klang der Anlage mindestens fünf bis zehn Minuten auf sich wirken; so lange dauert es, bis sich das menschliche Gehör an den Raumklang gewöhnt hat und die Nuancen bei der Wiedergabe wahrnimmt. Idealerweise testet man die Anlage seiner Wahl dort, wo sie sich später bewähren muss – im heimischen Pantoffelkino.

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