Dumm gelaufen, Suzanne Klee! Mit der Zirkusshow «Africa! Africa!» wollen uns schwarze Künstler ihre Kultur näherbringen. An der Premiere in Zürich war das Publikum begeistert. Auch Sie waren beim Anblick der gelenkigen Athleten entzückt. «Packt mir so einen ein», haben Sie, scheints, unbekümmert in ein Mikrophon des Schweizer Fernsehens geplappert. «Er würde gut zu meinen Möbeln passen.» Nach der Ausstrahlung mussten Sie ordentlich verbale Prügel einstecken. Jetzt fühlen Sie sich vom Fernsehen vorgeführt. Ihre Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen und falsch verstanden worden.

Nun, Frau Klee: Als Urgestein der Schweizer Countryszene sind Sie lange genug im Geschäft, um zu wissen, dass es im Umgang mit den Medien Regeln zu beachten gibt. Die wichtigste lautet: Gesagt ist gesagt. Wer ohne Vorbehalt mit einem Journalisten spricht, macht seine Aussage im Moment des Gesprächs öffentlich. Völlig falsch ist die Meinung, eine unbedarfte Bemerkung könne so mir nichts, dir nichts kurz vor der Ausstrahlung einer Sendung zurückgezogen werden.

Auch sollten Sie wissen, dass Medien das Gesagte zusammenkürzen, zuspitzen und kommentieren. Natürlich könnten Sie verlangen, Ihre Aussage im Beitrag zuerst sehen zu wollen. Weils beim Fernsehen immer eilt, würde man eher auf Ihr Statement verzichten und ein anderes aussuchen. Für Sie gibts deshalb nur einen guten Rat: Meiden Sie künftig Premieren oder halten Sie den Mund.

Beste Grüsse,
Gabriela Baumgartner

Quelle: www.suzanneklee.ch