Trudi und Kurt Weber erhielten für ihr Taxiunternehmen keinen Standplatz bei den Zürcher Bahnhöfen Männedorf und Uetikon am See. Daher kam die Offerte von Media Swiss aus Teufen AR wie gerufen, auf Ortsplänen der beiden Gemeinden ein Inserat für 2'200 Franken zu platzieren. Die Karten werden von Media Swiss in den Haushalten verteilt. Der Vertreter der Appenzeller Firma sicherte Webers ausserdem mündlich zu, die Pläne auch an den zwei SBB-Bahnhöfen aushängen zu lassen. Kurt Weber unterschrieb den Vertrag - übersah jedoch, dass darin mündliche Zusicherungen explizit ausgeschlossen waren.

Im Sommer 2006 stellte Trudi Weber bei einer Kontrolle fest, dass an den Bahnhöfen keine Ortspläne hingen. Sie zahlte daher die zweite Rate von 1'100 Franken nicht. Damit war Media Swiss aber nicht einverstanden und beharrte auf der Zahlung. Die mündlich zugesicherten SBB-Standorte seien nicht Vertragsbestandteil gewesen.

Trudi Weber bat den Beobachter um Hilfe. Dieser schrieb zwei Briefe, die von Media Swiss nicht beantwortet wurden. Erst als der Beobachter die Firma Anfang November erneut zur Stellungnahme aufforderte, reagierte sie. Sie meinte zwar weiterhin, dass die Standorte bei den Bahnhöfen nicht garantiert gewesen seien. Gleichzeitig schloss sie aber eine gütliche Einigung mit Webers nicht mehr aus. Gesagt, getan: Ende November verzichtete Media Swiss auf die zweite Ratenzahlung. Und Trudi Weber freut sich: «Ohne die Unterstützung des Beobachters hätte Media Swiss nie eingelenkt.»

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