Dicke Post für Kathrin Bernard (Name geändert). Kürzlich flatterte ihr eine Rechnung der Telebilling AG ins Haus. Die allein erziehende Mutter sollte für «Multimediadienste» innert zehn Tagen Fr. 494.45 bezahlen. Tatsächlich hatte Bernards 18-jähriger Sohn Sexnummern gewählt. «Aber wie?», wundert sie sich. «Ich habe die 0900-Nummern doch sperren lassen.»

Telefonsex-Betreiber bieten ihre Dienste neuerdings auch unter Ortswahlnummern (052, 041…) an. Zu happigen Preisen: Bei einer Grundgebühr von zehn Franken kommen im Minutentakt fünf Franken dazu. Ein halbes Plauderstündchen kostet gegen 200 Franken. Die Betreiber nutzen aus, dass sich Ortswahlnummern im Gegensatz zu 0900-Nummern nicht beim Telefonanbieter sperren lassen: Die Sperrung muss direkt beim jeweiligen Anbieter verlangt werden, also etwa bei der Telebilling AG. Allerdings sind die Anbieter zu diesem Service nicht verpflichtet. Zähneknirschend hat Kathrin Bernard ihren Anschluss nun auch bei der Telebilling AG sperren lassen und die Rechnung bezahlt.

Die Telebilling AG wurde übrigens kürzlich vom Statthalteramt Zürich gebüsst – weil sie immer wieder Inserate ohne Preisangaben schaltete. Der Telefonsex-Anbieter hat allerdings Einsprache erhoben.

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